Die Nachfolger des Alfasud mit Boxermotor
33, ARNA und 145 / 146

33 (Baureihe 905)

1983 schlägt des Alfasuds letzte Stunde. Alfa Romeo trennt sich vom rostigen Image seines Volumenmodells und stellt den Alfa 33 vor. Optisch ist der 33 ein vollkommen neues Auto, viertürig mit Fließheck und großer Heckklappe. Doch unter dem Blech bleibenAlfa 33 1.5 QO alle wichtigen Merkmale des Alfasud erhalten. Die Boxermotoren werden vorerst fast unverändert übernommen. Lediglich Fahrwerk und Bremsen werden modifiziert. Als erstes fallen die nun außen montierten vorderen Bremsscheiben auf. Hinten kommen nun aus Kosten- und Wartungsgründen Trommelbremsen zum Einsatz. Die hinteren Bremssättel des Alfasud neigten gerne zum Festrosten da sie bei geringer Zuladung kaum genutzt wurden. Auch die Hinterachse ist neu. Eine härtere Abstimmung der Federn und Dämpfer lässt den Stabilisator an der Vorderachse entbehrlich werden. 1983 stehen die bekannten Boxermotoren mit jeweils einem Doppelvergaser und 1186 cm³ (68 PS, nur für einige europäische Märkte, nicht in Alfa 33 1.5 4x4Deutschland), 1351 cm³ (75 bzw. 79 PS) und 1490 cm³ (84 PS) in den Modellvarianten 1.2, 1.3, 1.5 und 1.5 QO zur Verfügung. Topmodell ist der 1.5 QO mit luxuriöser Ausstattung. Mitte der achtziger Jahre wird es chic auch einen Allrad-PKW im Programm zu haben. Alfa Romeo entwickelt einen zuschaltbaren Hinterradantrieb (ohne Mitteldifferenzial) für den Allradler 33 1.5 4x4, der Ende 1983 auf den Markt kommt und sich zudem durch eine leicht erhöhte Bodenfreiheit auszeichnet. Auf griffigem Untergrund sollte der Allradantrieb aber nicht zugeschaltet werden, das sich der Antriebsstrang sonst stark verspannt. Im Juni 1984 feiert der 33 Giardinetta 1.5 4x4 Premiere. Diesmal zeichnet Pininfarina für das Design des 33 Kombi verantwortlich. Im Gegensatz zum Alfasud Giardinetta hat der 33 Giardinetta vier Türen und ist einer der ersten heute so gefragten Lifestyle-Kombis deren Ladekapazität (vor allem beim Giardinetta mit Allradantrieb) nichtAlfa 33 Giardinetta 1.5 4x4 wichtigstes Kaufargument ist. Anfang 1984 verlassen noch einige wenige Alfasud Ti die Werkshallen von Pomigliano d' Arco - noch fehlt ein sportliches Topmodell in der 33-Palette. Doch dieses kommt noch im selben Jahr. Der bisher sportlichste Vertreter der stetig wachsenden 33-Modellpalette heißt 33 1.5 QV und besitzt den Motor des Sprint 1.5 QV (zwei Weber Doppelvergaser) mit 105 PS, hat lackierte Stoßstangen, Sportsitze, Alufelgen, Aluminiumdekor auf dem Armaturenbrett und ein härter abgestimmtes Fahrwerk. Im November 1984 wird auf dem Turiner Salon die zum Modelljahr 1985 hin überarbeiteten Alfa 33 1.7 QVVersionen des Alfa 33 vorgestellt. Bis auf den 1.3 haben alle nun zwei Doppelvergaser. Der 1.3 S hat nun 86 PS,  der 1.5 QO 95 PS. Der Giardinetta ist nun auch als 1.5 nur mir Frontantrieb erhältlich. Im Sommer erhält auch der 1.5 4x4 den 95 PS Motor, ab März 1986 kann der 1.5 cat mit ungeregeltem Katalysator in einigen Ländern Europas geliefert werden. 1986 erhält die 33-Familie ihre erste tiefgreifende Modellpflege. Äußerlich erkennt man die neuen Modelle an einem neuen Kühlergrill mit geändertem Scudetto, neuen Radkappen und Leichtmetallfelgen und weißen Blinkergläsern vorne. Der Innenraum überzeugt mit einem völlig neuem Armaturenbrett, neuem Lenkrad und neuen Sitzen mit geänderten Bezugsstoffen. DieAlfa 33 Sportwagon 1.7 QV Motorenpalette wächst weiter. Nun sind neben dem 1.2, dem 1.3, dem 1.3 S (und dem auf 1700 Einheiten limitierten Sondermodell 1.3 Silver) der 1.5 TI, der 1.5 4x4, der 1.5 Giardinetta und der 1.5 Giardinetta 4x4 - alle mit 105 PS - erhältlich. Im Oktober 1986 kommt der Boxermotor in den Genuss einer Hubraumerweiterung auf 1712 cm³. Der neue Motor wird in den Modellen 1.7 QV (114 PS) und 1.7 QV cat (111 PS) auf den Markt gebracht. Der 1.7 Liter Boxer verfügt zudem über hydraulischen Ventilspielausgleich. Mit der Präsentation des 1.7 QV entfällt der 1.5 QV. Der angestiegenen Leistung des 1.7 QV wird mit größeren und nun innenbelüfteten Bremsscheiben und einem Stabilisator an der Vorderachse Rechnung getragen. Ein Heckspoiler in Wagenfarbe, Stoßstangen in Wagenfarbe, Alufelgen und andere Stoffe im Innenraum unterscheiden den 1.7 QV von den schwächeren Modellen. Zwischen 1986 und 1988 ist in Italien auch ein Turbodieselmotor im Alfa 33 (Limousine und Der Allradantrieb des 33 Giardinetta 1.5 4x4.Giardinetta) erhältlich. Es handelt sich um einen längs eingebauten dreizylinder Reihenmotor mit 1779 cm³ und 72 PS. Eine Ausgleichswelle soll die heftigen Vibrationen des VM-Aggregats zügeln. Im April 1988 werden die Giardinetta-Modelle in Sport Wagon umgetauft. Lieferbar sind der 1.3 Sport Wagon S (86 PS) und der 1.7 Sport Wagon QV (114 PS). Noch mal wird der Kühlergrill bei allen Modellen leicht retuschiert. Im Modelljahr 1988 werden alle Boxermotoren auf bleifreien Kraftstoff umgestellt. Außerdem feiert der 1.7 IE Motor mit 107 (bzw. 102 PS bei den Katalysator-Modellen) mit elektronisch geregelter Bosch LE-Jetronic in den Modellen 33 1.7 IE, 1.7 IE cat, 1.7 IE cat Sport Wagon QV und 1.7 IE cat Sport Wagon 4x4 QV Premiere. 1989 steht der 33 kurz vor einem weiteren - diesmal intensiven Facelift und wird deswegen in vielen europäischen Märkten als Sondermodell angeboten. Der 1.3 S (86 PS) kommt 1989 als Red, Blue Line und 1990 als Italia '90 (1990 findet die Fußballweltmeisterschaft in Italien statt) in Italien auf den Markt. Der 1.5 TI S (105 PS) offeriert 1989 eine Metalliclackierung, Leichtmetallfelgen, Glasdach und ein Check-Control während die Modelle 1.7 Veloce und 1.7 Veloce Sport Wagon (jeweils 114 PS) in Großbritannien mit tief heruntergezogenen Spoilerschürzen in Wagenfarbe und 5-Speichen Leichtmetallfelgen für Furore sorgen.

33 Nuova (Baureihe 907)

1990 erhält der 33 schließlich das schon angesprochene große Facelift. Front- und Heckpartie (beim Sport Wagon nur die Frontpartie) werden der Optik der restlichen Alfa Romeo Modellpalette angepasst. Von nun an ist der 33 auch mit ServolenkungAlfa 33 1.7 IE erhältlich. Die macht einen verlängerten Vorderwagen nötig. Neue schräger stehende Scheinwerfer - analog zum Alfa 75 - und eine der Form des Scudetto folgende Wölbung der Motorhaube verjüngen den nun schon sieben Jahre alten Alfa 33 erheblich. Das Heck erhält analog zum 1988 vorgestellten Alfa 164 ein durchgezogenes Leuchtenband und einen höheren Heckabschluss. Im Innenraum kommen neue Stoffe zum Alfa 33 1.7 Boxer 16V QVEinsatz. Die neuen Türverkleidungen beherbergen nun die Schalter für die elektrischen Fensterheber. Die Heizungsbedienung wird nun mit griffgünstigen Drehschaltern und einer Umluftfunktion dem Zeitgeschmack angepasst. Man bezeichnet den 33 intern nun als Nuova 33. Alle Boxermotoren haben nun einen hydraulischen Ventilspielausgleich. Auch eine Klimaanlage ist jetzt für einige Versionen ab Werk lieferbar. Neben den bekannten 1.2, 1.3 und 1.5 Liter Motoren sowie dem 1.7 IE mit 107 PS (bzw. 105 PS mit geregeltem Katalysator und Lambdasonde) feiert ein neuer Boxermotor seinen Einstand. Es ist der 1.7 16V mit 137 PS (bzw. 132 mit geregeltem Katalysator). Allmählich wird die Modellvielfalt unübersichtlich. Neben dem 1.2 als Basismodell gibt es den 1.3 in zwei Ausstattungsvarianten (1.3 V und 1.3 VL) sowie in Großbritannien als 1.3 Veloce. Zwei Doppelvergaser verhelfen dem 1.3 nun zuAlfa 33 1.3 IE L / 1.4 IE L satten 90 PS. Über dem 1.3 rangiert der 1.5 mit 105 PS gefolgt von den schon angesprochenen 1.7 IE und 1.7 IE cat als 1.7 IE, 1.7 IE S und 1.7 IE 4x4. Die 1.7 Liter Modelle sind gegen Aufpreis mit ABS lieferbar. Der Allradantrieb wird nun nicht mehr mit einem Hebel vor dem Schaltknauf zugeschaltet. Ein elektromagnetischer Schalter übernimmt diese Der 1.8 Liter Turbodiesel mit Ladeluftkühlung des Alfa 33 1.8TDi.Aufgabe nun da der Allrad bei ABS-Bremsungen entkoppelt werden muss. Natürlich gibt es den neuen 16V Motor nicht nur in einer Ausstattung. Neben dem 1.7 IE 16V (das "IE" erscheint offiziell aber nie in den Prospekten, öfter aber der Name Boxer 16V) mit und ohne Katalysator (137 bzw. 132 PS) gibt des den sportlich ausstaffierten 1.7 IE 16V QV S (natürlich auch wieder als cat). Im Oktober 1990 kommt zusätzlich noch ein 1.5 IE bzw. 1.5 IE cat mit 97 respektive 95 PS auf den Markt. Auch der Sport Wagon profitiert vom Facelift. Er verliert übrigens mit dem Facelift das "33" in der Typenbezeichnung und wird so etwas von der Limousine entfernt als eigenständiger Lifestyle-Kombi plaziert. Ihn gibt es als 1.3 Sport Wagon, als 1.3 Sport Wagon L (jeweils 90 PS), als 1.7 IE Sport Wagon, als 1.7 IE Sport Wagon cat, als 1.7 IE Sport Wagon 4x4, als 1.7 IE 16 V Sport Wagon und als 1.7 IE 16 V cat Sport Wagon. Auch der 1.8 Liter Turbodiesel ist als Limousine und Sport Wagon erhältlich. Er heißt nun 1.8 TDi. Das i steht für "Intercooler". Der Ladeluftkühler verhilft dem Motor zu 84 PS und 18,1 kgm Drehmoment - mehr als der stärkste Benziner. 1991 schiebt Alfa Romeo weitere Varianten von Limousine und Sport Wagon nach. Die Modellpolitik des Hauses Alfa 33 Q4Alfa Romeo sah nun vor das Topmodell der jeweiligen Baureihe mit permanentem Allradantrieb auszustatten. So feiert der 33 Permanent 4 auf dem Genfer Salon 1991 seine Premiere. Es gibt ihn wieder mit und ohne geregelten Katalysator. Einzig lieferbarer Motor ist der 137 bzw. 132 starke 1.7 IE 16V. Ab Mai 1992 nennt sich dieses Modell 33 Q4 cat - ohne Abgasreinigung ist diese Modell nicht mehr erhältlich. Zum gleichen Termin ist auch der 33 Q4 cat Sport Wagon erhältlich. Im Gegensatz zum alten 4x4 ist das neue Alfa Sportwagon - hier das Topmodell Q4.Allradsystem ungleich aufwendiger: es wird von einem Steuergerät mit einer Vielzahl elektronischer Sensoren gesteuert und verfügt über eine Viskokupplung die das Antriebsdrehmoment nun variabel auf die Achsen verteilt. Die elektromagnetische Kupplung des alten 4x4-Systems bleibt aber an Bord. Sie wird benötigt um bei einer ABS-Bremsung den Hinterradantrieb abrupt auszukuppeln. ABS ist bei allen Vertretern mit permanentem Allrad serienmäßig. Im April 1991 wird eine weitere Motorvariante vorgestellt: der 1352 cm³ Motor erhält nun auch ein elektronisches Einspritzsystem - diesmal von Weber IAW. Dieser Motor ist nur mit Katalysator erhältlich. Er ist in folgenden Varianten erhältlich: 1.3 IE cat, 1.3 IE L cat, 1.3 IE cat Sport Wagon, 1.3Sport Wagon 1.4 IE L IE cat Sport Wagon L und 1.3 IE cat Sport Wagon 4x4. In Deutschland wird der 1.3 IE als 1.4 IE bezeichnet. Im Mai 1992 wird die Ausstattung aufgewertet und beim Sport Wagon werden die Preise gesenkt. Der alte 4x4 Allradantrieb bleibt parallel zum neuen permanenten System im Programm. Auch vom Nuova 33 gibt es wieder eine Flut von Sondermodellen. Den Anfang macht der GT Sprint mit 1.7 IE 16V Motor sowie im Mai 1991 der 1.3 Veloce, beide sind ausschließlich für den spanischen Markt bestimmt. Ein Jahr später kann man in Spanien den 33 1.5 IE Milano kaufen. In Italien gibt es im gleichen JahrDer 33 Q4 in der Röntgenansicht den Sport Wagon 1.3 Firma und den Sport Wagon 1.3 Explora. Der Firma ist auch als 4x4 erhältlich. Im Oktober kommt der 1.3 IE Imola auf den Markt. In Deutschland ist er als 1.4 IE Imola bekannt. Ende 1992 kann man in Italien den 1.3 IE Sport Wagon L Loden kaufen, im Januar 1993 gibt es den 1.3 IE L Sport Wagon Brio. Im Mai 1993 werden die Sondermodelle Alfa 33 1.4 IE Imola1.3 IE Privilège und 1.7 IE Absolute vorgestellt. 1994 kommen gleich fünf Sondermodelle heraus - der 33 steht kurz vor der Produktionseinstellung. Alle haben den 1.3 IE Motor. Getauft hat Alfa Romeo die Modelle auf die Namen Hit, Feeling und Imola 3 (der sich nur durch die Alcantara / Lederausstattung vom Imola unterscheidet). Beim Sport Wagon findet man die Modelle Tender und Flag. Den Flag kann man auch als 4x4 bestellen. Zwischen 1983 und 1994 laufen 866.958 Limousinen vom Band. Der Giardinetta / Sport Wagon kommt von 1984 bis 1994 auf 122.366 Einheiten. Als Anfang der neunziger Jahre teils heftige Kritik der Journalisten den 33 traf, war es Zeit für ein komplett neues Auto, dass mit dem Alfasud nun nichts mehr gemein hatte. In den Stückzahlen hinkt der 33 dem Alfasud hinterher. Bisher ist der Alfasud der einzige Millionen-Seller von Alfa Romeo geblieben.

ARNA

Der Alfa Romeo ARNA stellt Alfa Romeos Versuch dar, ein kompaktes Auto unterhalb des Alfa 33 anzubieten. Zur Zeit seiner Planung Anfang der 80erARNA 1.2 L Jahre ist Alfa Romeo durch den Alfasud und dessen Qualitätsprobleme finanziell stark geschwächt. Auf der Suche nach einem potenten Partner wird man bei Nissan fündig. Gemeinsam wird am 9. Oktober 1980 in Tokio die Alfa Romeo Nissan Autoveicoli gegründet - kurz ARNA. Man erhofft sich durch den Deal mit den Japanern eine gesteigerte (Karosserie-) Qualität und ein besseres Image auf bestimmten Märkten. Nissan wiederum erhofft sich einen bessern Zugang auf den europäischen Markt. Neben dem ARNA von Alfa Romeo gibt es nämlich noch den Nissan Cherry Europe, der dem ARNA bis auf Details wie einem anderen Kühlergrill gleicht. Man vereinbart untereinander, dass Nissan 20 % der Komponenten für das neue Projekt liefert. Die Rohkarossen und Teile der Innenausstattung (beispielsweise Armaturenbrett und Sitzunterbau) kommen von Nissan aus Japan per Schiff nach Italien, während Alfa Romeo die ARNA 1.3 Tirestlichen 80 % der Komponenten liefert. Unter der Haube des in einem neu errichteten Werk in Pratola Serra in der Nähe des Alfasud-Werks in Pomigliano d'Arco gebauten ARNAs steckt daher reine Alfasud Technik. Die gesamte Vorderradaufhängung sowie Motor und Getriebe entsprechen dem Alfasud 1.2. Die Hinterradaufhängung kommt von Nissan und unterscheidet sich mit ihren an Längslenkern einzeln aufgehängten Rädern vom Alfasud-Konzept (Starrachse). Seine Premiere feiert der ARNA auf der 50. IAA in Frankfurt im Jahr 1983 als fünftüriger ARNA 1.2 SL mit 63 PS starkem Alfasud-Motor. Eine dreitürige Variante namens ARNA 1.2 L wird ebenfalls angeboten. Man plant zu Anfang mit etwa 300 gebauten Einheiten pro Tag. Ein Jahr später - 1984 - werden für bestimmte Märkte der ARNA 1.3 SL mit 71 PS mit drei und fünf Türen und die beiden sportlichen, dreitürigen Varianten ARNA 1.3 Ti und ARNA 1.5 Ti mit 86 respektive ARNA 1.2 SL95 PS nachgeschoben. Den 1.5 Ti gibt es auch als Nissan Cherry Europe GTI. Die 1.2 Liter Versionen erhalten einen anderen Vergaser und leisten nun 68 PS. Mit der Leistungssteigerung geht eine leichte Modellpflege einher. Leider kann das so gar nicht italienische Design des ARNA die Alfa Romeo Kundschaft nicht überzeugen und der ARNA wird zum größten Flop der Firmengeschichte Alfa Romeos. Trotz erheblich besserer Rostvorsorge als noch zu Alfasuds Zeiten wird der ARNA zu unrecht zum unverkäuflichen Gebrauchtwagen. Fahrwerk und Antrieb machen aus dem 900 kg leichten ARNA in Verbindung mit dem 1.3 oder 1.5 Liter Motor einen sehr flotten Kleinwagen. Rückblickend betrachtet war der ARNA für die bereits angeschlagene Firma Alfa Romeo der Todesstoß. Als Alfa Romeo Ende dann von der IRI Ende an 1986 Fiat verkauft wird und in der Alfa Lancia S.p.a aufgeht, löst man die Verbindung mit Nissan wieder und lässt den ARNA schnellstens aus dem Programm verschwinden. Nach 53.047 Exemplaren ist 1987 Schluss.

145 / 146

Auf der Turiner Motorshow 1994 ist es soweit. Alfas neuer kleiner, der 145 feiert Premiere und ersetzt den 33. Es gibt ihn nur als Zweitürer mit Heckklappe (Steilheck) und mit den bekannten Boxermotoren. Der 1.3 IE bzw. 1.3 IE L hat den 90 PS Motor des Alfa 33 1.3 IEAlfa 145 1.6 geerbt. Dieses Modell wird in Deutschland wieder als 1.4 IE bzw. 1.4 IE L bezeichnet. Neben dem auf 129 PS abgeschwächten 1.7 16V gibt es eine neue Hubraumvariante, den 1.6 IE bzw. 1.6 IE L (in Deutschland nur mit L-Ausstattung) mit 1596 cm³ und 103 PS. Der neue 145 kann nun endlich mit der vor allem in Deutschland geforderten, verbesserten passiven Sicherheit aufwarten. In Deutschland sind Gurtstraffer, Seitenaufprallschutz und Fahrerairbag Serienausstattung, ab dem 1.4 IE L gibt es serienmäßig ABS. Ein Beifahrerairbag ist von Anfang an als Extra erhältlich. Fiat steuert FPS - das Fire Prevention System - bei. Es schaltet bei einem Aufprall oder Überschlag die Benzinpumpe ab. Das Armaturenbrett ist so gestaltet, Alfa 145 1.6das der Beifahrer vor sich viel Platz hat. Die seitlichen Lüftungsdüsen befinden sich nicht im Armaturenbrett sondern sind in die Türen integriert. Auch eine Klimaanlage ist für alle Modelle lieferbar. Schnell (noch 1994) gibt es auch wieder einen Diesel im Programm, den 1.9 TD (mit L-Ausstattung als Standart). Dieses 1929 cm³ große Triebwerk entwickelt 90 PS. 1995 erhält der neue 145 QV den 2.0 Twin Spark 16V Motor (150 später 155 PS) aus dem 155. Nach über zwanzig Jahren Bauzeit sind die Boxermotoren Mitte der neunziger Jahre in die Kritik geraten. Mit dem erhöhten Leergewicht (der leichteste 145 wiegt 1140 kg) haben die Boxer schwer zu kämpfen. Folglich entwickelt Alfa Romeo den Boxer nicht mehr weiter und zieht den Einbau eines schon vorhandenen 2 Liter Motors (bekannt aus dem 155) vor. Ebenfalls im Jahr 1995 kommt der Alfa 146 auf den Markt. ErAlfa 146 ist das viertürige Pendant mit Fließheck und Heckklappe des 145. Auch er bietet die schon erwähnten Motoren des 145.

 Im November 1996 geht dann eine Ära zu Ende: die Produktion der bei der Übernahme von Alfa Romeo durch Fiat noch als "Aktivposten" angesehenen Boxermotoren wird eingestellt. Vierzylindrige Twin Spark 16V Motoren ersetzen sie. Mit den gestiegenen Anforderungen an Abgasentgiftung und Leistungsentfaltung können die Boxer nicht mehr mithalten. Zudem werden die neuen TS-Motoren in der gesamten Alfa Romeo Modellpalette eingebaut und lassen sich so günstiger produzieren. Der Motorblock stammt ohnehin schon von Fiat. Mit Einführung der neuen TS-Motoren werden 145 und 146 1996 gefaceliftet, erhalten ein überarbeitetes Cockpit und geänderte Ausstattungen. 1999 werden sie dann noch einmal überarbeitet. Nun gibt es auch Seitenairbags vorne, Holzdekor und den 1.9 JTD Motor aus dem 156. Im Jahr 2000 feiert dann der Alfa 147 Premiere und löst 145 und 146 ab. Im Gegensatz zu diesen gibt es - wie beim Alfasud und dem 1997 eingeführten 156 - seit langem wieder Lieferfristen von mehr als einem halben Jahr. Doch das ist eine andere Geschichte.


Letztes Update: 19. April 2006   Created: 4. Februar 2002

© Text und Layout by Tim Rauen.