| Alfasud International
Malaysia
Sogar
in Malaysia gab es Alfasuds! Sogar die malaysische Polizei fuhr bis zum Erscheinen des Proton Alfa Romeos. Alfa Romeo Italien schickte CKD (completely knocked down)
Bausätze nach Malaysia, die dort wieder zusammengebaut wurden. Im
Vergleich zu europäischen Alfasud Standarts waren die malayischen
Alfasuds luxuriöse Autos. Sogar eine Klimaanlage war erhältlich.
Mit der Serie II beginnend
wurden auch die Berlinas mit den Doppelscheinwerfern, den Kotflügelverbreiterungen, dem Cockpit (mit Zusatzinstrumenten) und dem Heckspoiler
des Alfasud ti ausgestattet. Das Fahrzeug rechts gehört Mr. Farid Jafaar.
Die 1.3 Liter Modelle wurden übrigens als 1.4 bezeichnet.
Australien Australische Käufer der Serie III konnten nur die 1490 cm³
Version von Berlina und Ti erwerben.
Süd-Afrika
Alfasud und Sprint wurden in Süd-Afrika bis 1985 gebaut. Alfa Romeo
SA produzierte in Brits, einer durch die Landwirtschaft geprägten Stadt 40 km entfernt
von Johannesburg eine Vielzahl europäischer Modelle der siebziger
und frühen achtziger Jahre für den heimischen Markt sowie für
den Export.
Die Mechanik und Technik für Alfasud und Sprint wurden aus Italien
geliefert, alle anderen Teile wurden in Süd-Afrika hergestellt. Folglich
gab es einige kleine Unterschiede: so kamen zum Beispiel andere Aussenspiegel
und Radkappen zum Einsatz. Neben dem normalen 1300er Alfasud wurde 1977
in einer Auflage von etwa 10-20 Stück der rechts abgebildete Alfasud Rally aufgelegt.
Er unterschied sich von seinem Serienbruder durch einen Zwei- Doppelvergaser
Motor (Weber 44 IDF) mit 64 KW (etwa 87 PS). Mattschwarze Kriegsbemalung
und viel sportliches Zubehör machten dem Vordermann klar, dass sich da etwas schnelles näherte. So gab es einen Front- und einen Heckspoiler
und die Motorhaube war in schwarz
lackiert. Reifen der Dimension 185/70
auf klassischen 13 Zoll Turbina Alufelgen, Talbot-Spiegel auf den Kotflügeln,
Gummi-Schnellverschlüsse aus dem Rennsport auf der Motorhaube, eine
Leselampe und spezielle Sitze sowie statische Sechs-Punkt-Gurte machten
den Alfasud Rally zu einem richtigen Sportler. Als einziger Alfasud aus südafrikanischer Produktion hatte der Rally die runden
Doppelscheinwerfer des (europäischen) Alfasud ti Serie I. Die dritte Alfasud Serie wurde in Süd Afrika Export getauft.
Viele Autos, die in Südafrika erhältlich waren, erhielten diesen
Namen, der Auskunft über ihre Herkunft aus Europa, den USA oder Japan
geben sollte. Außerdem war der Export das einzige Auto seiner Klasse aus
südafrikanischer Produktion,
das gut genug für den Export war. Tatsächlich gab es keinen
Konkurrenten des Export, der sich mit diesem Namen schmückte. Die
fünftürige Version des Export bekam den Beinamen Super Hatch
1.5 und glich dem europäischen Alfasud 1.5 Quadrifoglio Oro. Als die
ersten Alfa 33 1984 in Süd- Afrika
ankamen, legte Alfa Romeo ein Sondermodell des fünftürigen Alfasud auf. Es wurde
Export GTA (Typ 30146) genannt und war nur in einer merkwürdig bräunlich
grauen Metalliclackierung erhältlich. Weitere Besonderheiten waren
das grün eingefasste Scudetto, der umlaufende grüne Streifen
auf der Karosserie und ein bei Autodelta entworfener Heckspoiler. Das Fahrzeug
war mit dem stärksten je in einem Alfasud erhältlichen 1.5 Liter
Motor ausgerüstet - nämlich dem mit 105 PS. So war der Export GTA
wahrscheinlich der einzige vier- beziehungsweise fünftürige Alfasud mit dem Motor aus dem 1.5 Ti QV. Im Innenraum gab es grün-schwarze
Polster und ein kleines Lederlenkrad. Alfa Romeo gab eine Höchstgeschwindigkeit
von 183 km/h im fünften Gang an. Der Verbrauch lag bei 6,3 l / 100
km bei konstant 90 km/h, bei 8,2 l / 100 km bei konstant 120 km/h und 11,4
l / 100 km in der Stadt. Leider wurden nur sehr wenige Einheiten dieses
Sondermodells verkauft.
Einen Ti mit runden Doppelscheinwerfern gab es in
Südafrika nie.
Auch der Sprint wurde in Südafrika umgetauft. Die dritte Serie
- bei uns als Sprint 1.5 Quadrifoglio Verde bekannt - hieß schlicht
Sprint Mk3. Ansonsten gab es keine Unterschiede. Die Umstellung auf die
Bodengruppe des Alfa 33 machten die südafrikanischen Sprints allerdings
nie mit.
Neben den Boxern gab es noch andere alfistische Nettigkeiten in Süd
Afrika. Dazu zählen eine bärenstarke, 212 mal gebaute GTV 6 3.0
mit drei Doppelvergasern die in einem Test den damals aktuellen M 535i
von BMW in Angst und Schrecken versetzte (sie war nämlich schneller).
Außerdem gab es eine Giulietta 116 "Group One" mit 1.8 Liter Motor,
der Dank höherer Verdichtung und scharfen Nockenwellen 150 PS aus
dem Ärmel schüttelte. Mit diesem Gerät ließ sich sogar
die 11 PS schwächere Ford Cortina XR6i mit 3.0 V6-Motor verblasen.
Wem das noch nicht reichte, der Griff zu 159i Turbo (Europäern als
Alfetta bekannt) oder Giulietta Turbo mit 2 Litern Hubraum und 202 PS!
Alfa Romeo SA entwickelte diese offiziell im Programm geführten Dampfhämmer
in Zusammenarbeit mit der Firma Alpine Developements. Topspeed mit dem
Getriebe und dem Fahrwerk der GTV6: 209 km/h... Da kommt Freude auf!
Schweden
Für den schwedischen Markt ist seit langer Zeit
durch die schwedischen Zulassungsbestimmungen zwingend eine
Scheinwerferreinigungsanlage vorgeschrieben. Bereits die ersten Anfang der
siebziger Jahre ausgelieferten Alfasuds hatten deswegen kleine Wischer, deren
Motoren hinter dem Kühlergrill montiert waren. Der ziemlich unpraktische
Waschwassersack der normalen Versionen wurde bei den schwedischen Versionen
gegen einen fest montierten, riesigen Behälter ersetzt, der auf dem Stehblech
vorne rechts montiert war und auch die Scheinwerfereinigungsanlage mit
Waschwasser versorgte. Der Alfa 33 übernahm später diese Lösung. Da Alfa nur
eine Scheinwerferwaschanlage entwickelt hatte, wurde der Ti in Schweden mit den
rechteckigen Scheinwerfern der Viertürer ausgeliert. Sie haben noch Bilder oder zusätzliche Informationen zu Alfasuds
in anderen Ländern? Oder zum Export GTA? Bitte schreiben Sie eine email an
alfasud@gmx.de!
Last Update: 25. April 2004
Created: 12. März 2001
© Layout und Text by Tim Rauen. Fotos by Farid
Jafaar publiziert und Alfa Romeo Süd-Afrika. |