Alfasud Ti mit Sprintex Kompressor

 Alfasud ti 1.5 mit Sprintex Kompressor.Peter Dyrelund aus Dänemark ist der Besitzer dieses Alfasud ti 1.5 mit Sprintex Kompressor. Peter DyrelundTrotz erheblicher Änderungen hat er die Straßenzulassung - in Dänemark ist der Gesetzgeber nicht so engstirnig wie in Deutschland. Seit 1982 legte Peter ca. 65000 km mit seinem Sud zurück. Den Großteil davon auf Rennstrecken anlässlich von Club-Rennen oder Fahrerlehrgängen.

Zur Geschichte des Autos:

Auf die Welt kam dieser Alfasud als Ti 1.5 mit roter Lackierung im Jahre 1982. Im gleichen Jahr wurde er viermal für Gruppe N Rennen benutzt. Danach stand er bis 1988 in einer Garage und wartete auf etwas Auslauf. Bisher war er gerade 1200 km gelaufen und hatte keinen Rost. 

Die Karosserie

RestaurationAls Peter ihn in die Hände bekam wurde er erstmal total zerlegt, verstärkt und gesandstrahlt. Um einen Ölkühler unterzubringen wurde die Frontmaske verändert. Um die Kühlung der vorderen, innenliegenden Scheibenbremsen zu verbessern, wurde die Frontschürze zusätzlich zwei runden Öffnungen versehen, an die Luftschläuche angeschlossen sind, deren Enden direkt auf die Bremsscheibe zielen. Vor der Lackierung erhielt die Karosserie eine Vollverzinkung. Außerdem montierte Peter noch einen selbst angefertigten Satz Schweller und eine montierte die Kotflügelverbreiterungen mit Zender-Gummis, die man noch als kleinen schwarzen Streifen erkennen kann. Die Stoßstangen (bis auf die Stoß- / Scheuerleiste) und die Kotflügelverbreiterungen wurden in Wagenfarbe lackiert. Letztendlich wurden noch die Seitenleisten eines dreitürigen Alfasuds montiert. Zusätzlich zu den schon vorhandenen Verstärkungen erhielt der Sud die versteifenden Streben des Alfa 33 16V, die die vorderen Längsträger gegen die Schottwand des Serviceabteils im Motorraum abstützen.

Der Antrieb

Hier wurde wohl am meisten verändert. Die Verdichtung des originalen 1.5 Liter mit 95 PS wurde durch andere Kolben auf 8:1 verringert. Dadurch leistet der Motor ohne Aufladung nur noch 85 PS. Auf die Ansaugbrücke eines ein-Vergaser Boxermotor wurde ein mit Wassereinspritzung versehener Sprintex Kompressor montiert. Dieser bringt einen maximalen Ladedruck von 0,9 bar. Zusammen mit mit einem SU 1 3/4" Vergaser und K&N Luftfilter entstehen so 140 PS bei 5500 U/min und ein maximales Drehmoment von 220 Nm bei 4000 U/min. Zusätzlich kommen spezielle Guss-Ventildeckel zum Einsatz (Einzelanfertigungen). Damit die Kraft auch fortdauernd auf die Straße gelangen kann, montierte Peter ein Getriebe des 33 16 V, ein Torsen-Differential von Quaife und eine Sachs Gruppe A Aluminium Kupplung. Ein unter der Stoßstange montierter Ölkühler schützt die Maschine vor dem Hitzekollaps. Eine Iresa Aupuffanlage mit Fächerkrümmer sorgt für einen verbesserten Gaswechsel.

Fahrwerk und Bremsen

Um Hitzeschäden vorzubeugen, tauschte Peter die serienmäßigen Bremscheiben vorne gegen  innenbelüftete Scheiben aus dem Mazda-Regal, die auf einem Adapter montiert werden. PeterAlfasud Ti 1.5 mit Sprintex-Kompressor. wählte Mintex 1144 Bremsbeläge. Die Bremsanlage lässt sich manuell ausbalancieren. Das Fahrwerk wurde einigen umfangreichen Änderungen unterzogen. Die Gummis an der oberen Befestigung der McPherson Federbeine wurden geändert, Eibach-Federn und gelbe Konis wurden montiert. An der Vorderachse verwendet Peter den 22 mm starken Stabilisator aus einem Alfasud der ersten Serie, hinten kommt ein 20 mm starker Stabilisator zum Einsatz. Die Fahrwerks-Buchsen fertigte Peter aus Vinyl (härter als Gummi) neu an. Zusätzlich wurde die Lenkübersetzung direkter ausgelegt: Es stehen nun nur noch 2,7 anstelle von 3,7 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag an. Dreiteilige 7x15" BBS RS (der Ring ist poliert, die Speichen wurden in Wagenfarbe lackiert) oder 7x15" Ronal A1 Alufelgen füllen zusammen mit 195/50 ZR 15 Reifen die Radhäuser komplett aus.

Die Fahrgastzelle

Wie es sich für einen solchen Renner gehört, Der Innenraum.hat Peter einen OMP Überrollkäfig mit zusätzlichen Rohren installiert. Leider steigt das Leergewicht durch den 38 kg schweren Käfig auf 900kg. Außer den schwarzen Originalteppichen wurden alle Isolationsmatten entfernt. Um noch weitere Kilos einzusparen wurde eine Motorradbatterie eingebaut. Die gesamte Elektrik kann über einen Hauptschalter aus- und eingeschaltet werden. Ein Feuerlöscher sorgt für zusätzliche Sicherheit. Zwei Recaro Rennsitze mit 6-Punkt Gurten und ein spezielles Sportlenkrad mit Rauhlederbezug komplettieren den Innenraum. Die Seitenscheiben sind, auch wenn es auf manchen Bildern so aussieht, nicht mehr getönt.

Fahrleistungen

Mit dem Getriebe des 33 16V ist dieser Sud gut 200 km/h schnell und beschleunigt in unter 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Um noch schneller zu beschleunigen wäre Allradantrieb von Nöten.

Zukunftspläne

Nach über 70000 km hoher Belastung wäre nach einem Kolbenschaden nun eine Überholung des Motors fällig. Doch Peter plant das Kompressortriebwerk gegen einen fabrikneuen 1.7 Liter 16 V Motor aus dem Alfa 33 zu ersetzten, der mit einem Opcon Autorotor Kompressor und EFI Motormanagement ausgerüstet werden wird. Peter hofft damit auf mindestens 180 PS zu kommen.

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Letztes Update: 10. Januar 2005     Created: 2. September 2000

© Layout und Text by Tim Rauen. Fotos by Peter Dyrelund und Tim Rauen.