Sander den Outers ehemaliger Alfasud 5m

Alfasud 5mSander den Outer aus Dordrecht, Niederlande besaß diesen Alfasud 5m von 1976. Leider musste er sich nachdem er Nachwuchs bekommen hatte von seinem Schmuckstück trennen. Die Niederlande sind anscheinend das Paradies für Youngtimer... In Deutschland hätte man ein solches Auto mit großer Sicherheit spätestens während der von Ford ("Die tun was" - Tun die was?) subventionierten Zerstöraktion Anfang der Neunziger in die Schrottpresse geschickt. Bis jetzt stehen 63.000 km auf dem Tacho.

Sander glaubt der dritte Besitzer zu sein. Der Sud wurde im Jahr 2000 von einem Alfa-Händler in die Niederlande importiert. Das Auto machte laut Sander einen wirklich guten Eindruck. Der Vorbesitzer holte das Fahrzeug anscheinend nur zu besonderen Anlässen aus der Garage. Anscheinend durfte 5m auch schon einen Besuch bei Alfa Romeo in Italien Ein Alfasud 5m im Topzustand.machen. Sander musste bis jetzt noch nichts reparieren. Ob seine zwei Vorbesitzer am 5m etwas reparieren mussten, ist ihm nicht bekannt. Jedenfalls ist er laut Sander in perfektem Zustand. Glück für Sander! Einige Teile der ersten Serie, so zum Beispiel die Innenausstattung sind weder beim Händler noch auf dem Schrottplatz nicht mehr für Geld oder gute Worte zu bekommen.

Rost kann man auf den Bildern zumindest keinen entdecken. Vielleicht wurde dieses Exemplar ja vom diabolo rosso, dem Rostteufel, verschont. 

Von außen ist der 5m nur durch die Zierbanderole mit "5m" Schriftzug über der Schweißnaht wo das hintere Seitenteil mit dem Dach verbunden ist von der L Version zu unterscheiden. 5m steht übrigens für "cinque marche", was nichts anderes als fünf Gänge bedeutet. Damals war das für einen PKW der 1200 cm³ Klasse ein absolutes Novum. Einige Konkurrenten fuhren noch mit 3-Ganggetrieben.Alfasud 5m - Heckansicht.Der Innenraum sieht noch ebenso jungfräulich wie das Äußere des 5m aus. Das Lenkrad ist noch kein bißchen abgegriffen. Nur das Radio stammt wohl nicht von 1976....dafür hat es sicherlich einen besseren Empfang! Mit dem 5m gab es zum ersten Mal in einer viertürigen Alfasud Berlina das Fünfganggetriebe aus dem ti serienmäßig. Bei der L Variante war es dann auch bald gegen Aufpreis erhältlich. Gegenüber dem N Modell konnte der 5m außerdem mit einem Drehzahlmesser, vorderen Kopfstützen und mit Teppichen anstelle der einfachen Gummimatten auf dem Wagenboden glänzen. Für Alfasud Neulinge ungewohnt: der Zündschlüssel will links vom Lenkrad eingesteckt werden. Die Passagiere dürfen sich über blitzblanke (und schweißtreibende) Kunstledersitzbezüge freuen. Auf dem B-Holm der Beifahrerseite kann man gut den Stopfen erkennen, Das Armaturenbrett.der das sogenannte "Germanenloch" abdeckt. Germanenloch deswegen, weil man in Pomigliano d'Arco 1976 endlich ein Einsehen mit den Problemen der großen (und angeschnallten) Nordeuropäer hatte. Da die obere Gurtbefestigung auf die Körpergröße des Durchschnittsitalieners (also die berühmte 1,65 m Person mit kurzen Beinen und langen Armen, die anscheinend bis in die 90er Jahre bei Alfa Romeo für die Ergonomie-Messungen benutzt wurde) eingestellt war, scheuerte der Gurt

großen Personen am Hals. Bei einem Unfall hätte er wohl den Passagier stranguliert. Um Abhilfe zu schaffen wurde oberhalb des bisherigen Loches an den B-Säulen ein zweites gesetzt. Jeder etwas geschickte Bastler oder einen Werkstatt konnte den Gurt nun an die jeweilige Körpergröße etwas besser anpassen. Der Motorraum macht ebenso einen guten

Alfasud 5m - der Innenraum. Der Motorraum.

und sauberen Eindruck. Auf dem Bild (obere rechte Ecke) ist ein weiteres Alfasud-Kuriosum zu erkennen. Anstelle eines festen Waschwasserbehälters installierte man beim Alfasud einen schlichten Kunststoffsack, der sich nur schwer befüllen ließ. Eben typisch Alfa!

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Letztes Update: 27. Mai 2004    Created: 4. März 2001

© Layout und Text by Tim Rauen. Fotos by Sander den Outer.