Mathias Sprint 1.5 QV

Mathias aus der Pfalz ist Besitzer dieses 1985er Sprint 1.5 QV. Er kaufte ihn als Ersatz für seine 84er Alfetta 2.0, die einem Motorbrand zum Opfer gefallen war. Die Alfetta hatte ihn nachhaltig mit dem Virus Alfa infiziert. Also musste schnell wieder ein bezahlbarer Alfa her. Ein Bekannter, Besitzer eines Alfasud Ti 1.5 QV und eines Alfa 33 brachte ihn auf die Boxer-Alfas. Ein Alfasud oder Sprint sollte also sein nächster Alfa sein. Der Alfasud-Teilefundus, den sein Bekannter angehäuft hatte, würde bei eventuellen Reparaturen hilfreich sein.

 Sprint 1.5 QV

Mathias durchforstete die Anzeigen der lokalen Blättchen und Zeitungen. Nach längerer Zeit tauchte dort dann auch tatsächlich ein schwarzer Sprint auf. Mathias schaute ihn sich an und schlug für 1000 DM zu. Augenscheinlich war der Wagen in einem guten Zustand und war frisch lackiert worden. Der Vorbesitzer wollte noch schnell bei einem Bekannten frisch TÜV machen lassen, was Mathias aber - zum Glück, wie sich später herausstellte - ablehnte.

Der Sprint hatte sich auf der kurzen Probefahrt als fahrtüchtig erwiesen. Doch auf der Heimfahrt kam es dann richtig dick: Mathias frisch erworbener Sprint erwies sich als Blender par excellence. Mathias Sprint in der Heckansicht.Die Bremswirkung ging auf der Heimfahrt immer weiter zurück, das Lenkrad schlackerte ab Tempo 140 und der Motor überhitzte nach 60 km Fahrt. Mathias stellte den Sprint vorerst in Omas Scheune und plante die Bremsanlage wieder in Ordnung zu bringen, mal eben nach dem Motor zu schauen und den Sprint TÜV-fertig herzurichten. Doch daraus wurde vorerst nichts. Nach und nach fand Mathias immer mehr - teils lebensgefährliche - Mängel: Die vorderen Querlenkeraufnahmen waren durchgerostet, alle Gummihülsen ausgeschlagen, beide Schweller waren durchgerostet, die Radhäuser hinten auch. Dem Scheibenrahmen vorne ging es auch nicht besser. Alle Bremsleitungen waren durchgerostet, die Benzinleitungen undicht und der Auspuffendtopf war schrottreif. Der Vorschalldämpfer war auch nicht mehr besonders gut. Die Heckklappe zeigte unter dem frischen Lack auch schon wieder Rost und die Elektrik funktionierte auch nicht so, wie sie sollte. Zudem waren die Bremsscheiben rundum eingelaufen und die Bremssättel waren alle vier undicht. Sozusagen als Krönung hatte irgendein Spezialist die Leichtmetallfelgen mit den Schrauben der Stahlfelgen befestigt.

1000 DM auf den Schrott zu fahren widerstrebte Mathias dann aber irgendwie doch und er beschloss den Wagen zu zerlegen. Bis auf die Hinterachse wurde alles ausgebaut. Während der Sprint innerhalb zwei Jahren langsam wieder auf die Räder kam, behalf sich Mathias mit einem Peugeot 205....

Während der Restaurierung bekam Mathias dann plötzlich einen weiteren, noch schlechteren Sprint angeboten. Für 200 DM schlug er zu. Es Der Innenraum. Hier gibt es noch Arbeit...lohnte sich, war bei diesem Sprint doch eine fast neue Bremsanlage verbaut. Auch die Innenausstattung war in einem wesentlich besseren Zustand als die seines Sprints.
Irgendwann war dann alles geschweisst und mit Fertan behandelt und der Sprint ging zum Lackierer. Mathias wählte ein Grün metallic, das er sich aus dem Katalog ausgewählt und hatte mischen lassen. Später stellte sich dann heraus, dass es sich um eine Opel-Farbe handelt. Um erneutem Rostfraß vorzubeugen, versiegelte Mathias alle Hohlräume mit Wachs. Nun mussten noch die Doppelvergaser eingestellt werden und diverse Teile am Motor ausgetauscht werden. Auch der Kabelbaum wurde erneuert. Die anschließende Vollabnahme beim TÜV bestand der Sprint im Juni 2001 ohne Probleme.

Mittlerweile ist das Auto aus Zeitmangel abgemeldet und schlummert zusammen mit dem Ersatz-Sprint zugedeckt in Mathias Garage. Im Winter wird der Sprint nicht mehr bewegt.

Nun muss sich Mathias noch um die Lackierung des Motorraums kümmern (er ist noch schwarz) und die Innenausstattung aufarbeiten. Sobald eine neue Kupplung fällig ist und sich damit der Ausbau des Motors lohnt, wird die Lackierung in Angriff genommen. In der Zwischenzeit hat der Sprint die 150.000 km Marke passiert. 8000 km stammen von Mathias. Hier können Sie per email Kontakt mit Mathias aufnehmen.

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Letztes Update: 4. März 2004     Created: 4. März 2004

© Layout und Text by Tim Rauen. Fotos by Mathias Wirth.