| Gaudis
Alfasud L
Auch in der Schweiz finden sich noch Alfasuds und Leute, die diese
wieder auf Vordermann bringen. Das rote Geschoss zur Rechten gehört
Gaudi. Es ist ein Alfasud L von 1976, den Gaudi vor zwei Jahren gekauft
hat. Die Karosserie war professionell überarbeitet und neu lackiert worden.
(Das Auto hat insgesamt nur sehr wenige Stellen, die geflickt sind.)
Bei der Technik hat Gaudi dann selber noch ziemlich heftig Hand angelegt.
Er wollte aus dem Auto nie eine "Tuningschwarte" mit postpubertärem
Einschlag machen, "aber so ein bisschen an der Optik feilen", das
hatte er schon vor. Abgesehen vom Außenspiegel, dem tiefergelegten
Fahrwerk und den Felgen ist das Auto original geblieben. Das Sportfahrwerk von B&G hatte Gaudi schon
bestellt, bevor er ein dazu passendes Auto hatte. Die Seriendämpfer
blieben aber montiert. Gaudi: "Liebe
Tuningfreunde, glaubt mir, ein Sud
ist auch mit Seriendämpfern immer noch ein sehr straffes Auto!" Der
Sturz wurde so korrigiert, dass das Auto trotz Tieferlegung nur die Serienmäßigen
-1,5° aufweist. Ansonsten ist das Fahrwerk original belassen. Das Auto
läuft auf Swissmade 6x14er Felgen von Bachtel mit ET 28 mm und 185/60
Bereifung. Diese Pneus passen mit gebördelten Radläufen gerade noch so in die Radhäuser
und ergeben legale 2% Spurverbreiterung. Gaudi gefallen sie gut.
Die Sitze wurden anhand der Orginalstoffe mit dunkelblauem Velours und
Kunstleder neu aufgearbeitet. Sie wirken dadurch wieder sehr elegant und
bieten wunderbaren Seitenhalt.
Die Armaturen stammen aus einem 78er ti und "runden diese Orgie in
blau ab", so Gaudi. Die Kupplung des Alfasud L stammt aus einem Alfa 33.
Beim Schwungrad wurde jedoch zugunsten besserer Drehfreude, die Masse etwas
verringert. Das Getriebe stammt von einem frühen Alfasud ti. Diese
Boxen sind insgesamt
kürzer übersetzt und ergeben so richtig schön Kraft in allen
Gängen. Die geringere Höchstgeschwindigkeit ist in der Schweiz
ohnehin zweitrangig. Eine ganz wichtige Änderung bei frühen Alfasud
ist in Gaudis Augen das Umrüsten der Zündanlage auf die Hallgeberzündung
der späteren Modelle. Die Leistung wird dadurch über das gesamte
Drehzahlband voller, der Motor läuft runder und er verbraucht deutlich
weniger. Köpfe und Kompression blieben unangetastet, lediglich ein
K&N Luftfilter sorgt für besseren Durchsatz. Das wichtigste sind
jedoch die neuen Nockenwellen von Colombo & Bariani. Dieser Spezialist
aus Mailand bietet für diese Motoren nicht weniger als drei verschiedene
Nockenprofile an. Die eingebauten Nockenwellen nennen sich "Stradale" und sind somit die zahmsten,
mit "nur" 11,2 mm Hub. Diese Welle passt absolut ohne Änderungen in
den Motor. Sie besticht durch tadellosen Leerlauf und hat Durchzug wie Samt und Seide aus dem tiefsten Drehzahlkeller
bis weit über 7500 U/min. Der Auspuff ist mittlerweile wieder absolut orginal. Eine früher montierte Supersprintanlage brachte zwar wohl
noch etwas Leistung, das Auto wurde dadurch jedoch unangenehm laut außerdem
ging das blecherne, Alfasud-typische Knistern dadurch weitgehend verloren.
Schon bei 2500 Touren liegen 80 % des maximalen Drehmoments an. Die Drehmomentspitze
beträgt 146 Nm bei 4500 Touren. Die beste Leistung sind 108 PS bei
6400min, alle Werte gemessen am Vorderrad.
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Letztes Update: 27. Mai 2004
Created: 1. April 2001
© Layout und Text by Tim Rauen. Fotos by
Gaudi. |