Die Boxer-verrückte Familie Bergrath

Alfasud 1.3 und Sprint 1.5.Beate Bergrath, ihr Bruder Benno und ihr Vater sammeln Alfasuds, Sprints und 33er wie andere Leute Modellautos.

Beate erzählt: "Angefangen hat alles damit, dass der damalige Freund meiner Schwester (die fährt heute einen 33 16V) einen Alfasud Sprint Baujahr 79 kaufen wollte und meinen Bruder zur Besichtigung mitgenommen hat - der das Auto dann auch kaufte. Das war im März 1991. Von innen wie aus dem Laden: grauer Velours, 83 PS, 1. Hand, Alfa-rot, was wollte man mehr? Vielleicht störte der Durchblick von Unterboden zum Dachhimmel. Da wir keine Ahnung von den Autos hatten, kannten wir natürlich die Schwachstellen nicht... und haben mehr Alfasud 1.5 QO AC-LT 498 von innen.auf die schönen Formen geschaut. Da war einiges dran zu machen und mein Vater hat das Auto übernommen weil meinem Bruder das dafür nötige Kleingeld fehlte. Aufgrund eines unfähigen Restaurators - wir hatten keine Ahnung damals - dauerte das ewig und als er zurückkam war viel Mist gemacht worden."  Leider haben die Bergraths ihren ersten Alfasud Sprint verkauft. Da Benno jetzt natürlich ein anderes Auto brauchte kam der nächste Sprint. Im Sommer 1991 kaufte Benno einen roten Sprint QV. Der 1983 gebaute Sprint war ursprünglich in den Niederlanden ausgeliefert worden. Einer der Vorbesitzer hatte ihn schon mal auseinander genommen und einigermaßen in Ordnung gebracht. Die Lackierung war und ist immer noch ein BMW-rot, "selber vom Vorbesitzer aufgetragen und gar nicht so schlecht dafür, dass es selbst gemacht war. Allerdings hat er nicht alles lackiert: sobald man die Motorhaube öffnet, sieht man, dass er eigentlich silber lackiert war. Die Maschine war auch original (105 PS)," so Beate. Sprint 1.5Da der dieser Sprint aber viel zu schade für einen salzigen mitteleuropäischen Winter war, musste eben noch ein Winterauto her. Es wurde ein 80er Sprint mit Sonnendach. Er wurde aber wieder verkauft, "was hier heute keiner mehr tun würde!", so Beate. Der nächste Alfasud, der dazu kam, war ein Alfasud 1.3 Serie III. Es war wieder Vater Bergrath, der ihn sich an Land zog. Beate: "Mein damaliger Freund hatte Interesse an einem Sud, den er in den Niederlanden gefunden hatte, und nahm zur Besichtigung meinen Vater mit - mittlerweile hatten 
wir Erfahrung. Was darauf hinauslief das er den Wagen kaufte (AC-AR 218). Der Sud  ist auch ein wirklich schönes Auto, gut gepflegt. Wahrscheinlich nach jedem Waschen poliert. Der Lack ist also nicht mehr sehr dick, aber es ist noch der erste Lack. Das war im Sommer 1994. Der Wagen wurde erstmal auseinander genommen und einiges dran getan. Es ist ein 1983er 1.3 SC. Er hatte eine 83 PS-Maschine drin und lief richtig gut - bis zu dem Tag, an dem wir feststellten das bei den beiden mit 83 PS unterschiedliche Höchstgeschwindigkeiten eingetragen waren. Da mußte festgestellt werden, wie schnell er wirklich war und das Resultat war eine dicke schwarze Wolke. Mittlerweile ist in AC-AR 218 eine 105 PS-
2x Alfasud 1.5 Quadrifoglio Oro.
2x Alfasud 1.5 Quadrifoglio Oro.
Maschine drin. Wenn jemand einen schwarzen Sud mit Smily neben dem 1.3 auf der Heckklappe sieht, dann ist er das." Im April 1994 machte Beate ihren Führerschein. Etwas anderes als ein Alfasud kam natürlich als erstes Auto nicht in Frage. Seit Mai 1992 stand bei Familie Bergrath ein silberner Alfasud 1.5 QO (heutiges Alfasud auf großer Fahrt...Kennzeichen AC-LT 498) bereit. Der Vorbesitzer hatte ihn ziemlich schlecht behandelt. Der defekte Motor lag im Kofferraum, dafür war dir Substanz aber noch ziemlich gut. "Damals haben wir eine 75 PS Maschine (1.3 er) eingebaut, die bald aufgrund klemmender Bremsen mitsamt Getriebe den 83 PS-Motor des 79er Sprints wich, der nicht mit dem Wagen weggegangen war. Den hat er auch heute noch drin. Als der 1.5 QO für den Winter zurechtgemacht wurde, funktionierte der Tacho nicht. Schuld war die Tachofeder, die dann bei einem Alfa-Händler neu besorgt wurde, was meinen Vater nicht daran hinderte gleich noch einen Sprint QV in Alfa-rot mitzubringen, der zufällig auf dem Hof stand." Warum auch nicht, hatte Vater Bergrath doch noch keinen Sprint. Außerdem gefiel er ihm eben! Es handelt sich um einen Sprint QV von 1987 (Kennzeichen AC-AR 875). Er hat also hinten schon Trommelbremsen. Zu seinem Glück war der Sprint lange in Spanien gelaufen, und war so von Rost fast verschont geblieben. Ein Glückstreffer sozusagen; gelaufen hatte er auch nicht viel. Nummer fünf, der heute noch in der Familie existierenden Alfas, ist ein weiterer Alfasud 1.5 QO von 1983 (AC-CV 223). "Eigentlich war der Wagen von einem Interessenten von dem 79er Sprint. Er hat heute noch die Originalmaschine mit über 200.000 km drin."

Auch bei Bergraths geht man mit der Zeit. Und so wurde der nächste Kauf ein Alfa 33, den Alfa 33 1.5 von 1986.sich Benno an Land zog. Es ist ein blauer 1986er 33 1.5 (AC-AR 414) mit ursprünglich 90 PS. Der Motor hatte irgendwann einen Kolbenfresser und wurde gegen einen 95 PS Alfasud Motor getauscht Der Motor hat heute über 220.000 km gelaufen. Vielleicht auch deswegen, weil der Wagen ein lang übersetztes Getriebe hat. Das prädestiniert ihn für schnelle Autobahnfahrten. 

Nach so vielen Alfasuds musste nun noch ein Sprint (AC-AR473) für Beate her. "Jetzt hatte jeder einen Sud und einen Sprint. Als wir den Wagen das erste mal gesehen haben, war er vor kurzem aus seinem dreijährigen Winterschlaf in einer Garage erweckt worden um draußen weiter zu schlafen und sah nicht gerade gut aus. Er wollte nicht anspringen, was sich als defektes Zündschloss herausstellte. Nachdem er gewartet und gepflegt worden war, sah er wieder richtig gut aus. Er hatte auch recht wenig gelaufen und kommt ursprünglich aus der Schweiz.

2x Sprint 1.5 QV.

Sprint 1.5 QV und 33 Sport Wagon.

Da Ausführungen für manche Länder, soweit ich weiß, gilt das für  Australien, Schweden, Schweiz, etwas anders waren, da dort andere Abgasregelungen herrschten, hat er ein paar kleine Besonderheiten. Die zweite Nebelschlußleuchte zählt aber wahrscheinlich nicht dazu, die war schon dran als ich ihn gekauft habe. Er Alfasud unterwegs.hat eine 1.5 Liter-Maschine mit 95 PS eingebaut, wahrscheinlich ist das auch original, obwohl ich den QV eigentlich nur mit 105 PS kenne. Auf dem Typenschild steht als Motorcode 301.82. In Deutschland ist er damit auf jeden Fall nicht vertrieben worden. Ansonsten ist der Wagen früher scheinbar sehr gut gepflegt worden, substanzmäßig ist er gut. Die Radläufe waren früher auch mal gespachtelt worden, mindestens drei Lagen mit entsprechenden Lackschichten dazwischen, was weniger schön war."

Zur Abwechslung folgte nun mal wieder ein Alfa 33 - genauer genommen ein 33 1.7 QV mit 114 PS von 1987 (AC-AR 713), den Benno kaufte. "Da er jetzt einen zuviel hatte, ging der blaue 33 (AC-AR 414) in meinen Besitz über. Der 33 QV war günstig, hatte einen Nockenwellenschaden und irgendwas an der Hinterachse sollte nicht stimmen. Das irgendwas erwies sich als einAlfa 33 1.7 16V QV (Serie 907) und 33 1.7 QV (Serie 905). Bremsbelag, der so dünn war, das er sich von den Nieten gelöst hatte und quer durch die Trommel flog. Der Wagen hat mittlerweile fast 300.000 km auf dem Tacho", so Beate. 

Die nächste Anschaffung hieß Alfa 33 Sport Wagon 1.7 QV 4x4 (AC-AR 424): "Der musste wohl auf dem Hof gestanden haben, als mein Bruder den 33 QV gekauft hat. Der Vorteil lag im Kat, mein Vater schlug zu, da er auch recht günstig war. Er hat 105 PS und wurde 1989 gebaut. Es ist gar nicht so einfach manche Teile für den Wagen zu bekommen, da der zuschaltbare Allrad recht selten ist. Auch er läuft fleißig und hat vor kurzem die 200.000 km-Marke überschritten." Die bisher letzte Einkaufstour führte zu einem 1990er 33 16V QV (AC-AR 714), Bj. 1990. Beate: "Der stammt vom selben Händler wie die meisten anderen auch. Mein Vater und mein Bruder waren mit dem 33 QV unterwegs, sahen, kauften und fuhren mit zwei Autos nach Hause. Dabei ist allerdings zu erwähnen, das der 16V dem 1.7 QV in der Beschleunigung nicht wegziehen konnte, in der Endgeschwindigkeit schon. Aber dafür hat er ja auch einiges an PS mehr."
Sprint 1.5 QV
Alfa 33 Sport Wagon 1.7 QV 4x4
Die Wagen sind alle einigermaßen original. Keine Umbauten wurden dran vorgenommen. Zum Teil werden sie im Alltagsbetrieb eingesetzt. "Ich habe immer so die Befürchtung, dass, wenn ich meine Autos mal wirklich top in Ordnung bringe, sie nicht mehr so viel gefahren werden. Die Autos müssen einfach bewegt werden, finde ich." Und bitte nicht vergessen: die zwischendurch geschlachteten Autos bleiben hier unerwähnt.

Zusammen haben die Bergraths heute 12 Alfas. Davon sind sechs Alfa 33, drei Alfasuds und drei Sprints.

Zurück


Letztes Update: 27. Mai 2004     Created: 26. November 2002

© Layout und Text by Tim Rauen. Fotos by Beate Bergrath und Familie.