Unter Druck - Peters Sprint 1.5 TB

Sprint 1.5 TBPeter aus Söderhamn in Schweden ist Besitzer des Sprint, den Sie auf dieser Seite sehen können. Die Basis für den turbogeladenen Sprint ist ein 1986er Sprint 1.5. Es ist schon eines der Autos mit Alfa 33 Bodengruppe - also mit außenliegenden Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten.

In dem Jahr, in dem Peter den Sprint kaufte, sanierte er erst einmal nur die arg angeschlagene Karosserie. "Die Karosserie war extrem stark ver- und durchgerostet, alle Radläufe und Hohlräume waren tot und der Boden war ein großes Loch. Ich habe etwa 30 Stunden pro Woche während neun Monaten nur an den Rost-Reparaturen gesessen", erzählt Peter. Im Jahr darauf wurden alle Fahrwerksbuchsen gegen Powerflex / Superflex Buchsen getauscht und ein Tieferlegungs-Federsatz von JR eingebaut. Die originalen Stoßdämpfer beließ Peter im Auto. 2005 entschied Peter sich dann zu einem tiefgreifenderen Umbau, dem Bau Sprint 1.5 TBeines turbogeladenen 1.5 Liter Motors. Er kaufte einen 1.5 Liter 105 PS Motor aus einem Sprint 1.5 QV und ließ die Kolben abdrehen um die Kompression auf etwa 7.9 : 1 zu reduzieren. Ein Garett T25 Turbolader, der eigentlich im Saab 900 verbaut wird, wurde als Kraftquelle für den Boxer auserkoren. Der Lader produzierte anfangs einen maximalen Überdruck von 0,8 bar. Mittlerweile - nach umfangreichen Abstimmungsarbeiten - wird der Motor mit 1,3 bar gefahren. Die originalen Weber 36 IDF Doppelvergaser Der neue Auspuffkrümmerblieben dem Motor erhalten, die Kraftstoffzufuhr wurde aber verändert. Eine Saab 9000 Benzinpumpe und ein progressiver Kraftstoffdruckregler aus dem Hause Malpassi sorgen für immer ausreichend Kraftstoff in den Vergasern. Ein Nissan Skyline spendete einen Aluminium Ladeluftkühler. Der originale Luftfilterkasten zwischen den Vergasern war dem Turbo-Umbau im weg und wurde gegen einen Autostyle Sportluftfilter ersetzt. Der Auspuffkrümmer ist natürlich auch ein Eigenbau, da er den Turbolader aufnehmen muss. Im Bereich um den Turbo-Flansch ist er mit speziellem Hitze isolierendem Band aus dem Rennsport umwickelt. Die restliche originale Auspuffanlage musste einer 2,5 Zoll durchmessenden Eigenkreation weichen. Blick unter die FrontschürzeEin Ölkühler hält das Motoröl im vernünftigen Temperaturbereich. Ladeluft- und Ölkühler wurden zusammen mit einem eigens gebauten neuen Ölfilterflansch (mit größerem Ölfilter) hinter die ebenfalls selbst gebaute Frontschürze montiert. Alle Kühlwasserschläuche wurden gegen blaue Exemplare aus Silikon getauscht, die den extremen Temperaturen unter der Haube besser trotzen als die serienmäßigen Gummischläuche. Peter betankt den Sprint nicht mit normalem Super oder Super Plus, sondern mit E85, einer Mischung aus 85 % Ethanol und 15 % Benzin, die in Schweden häufig zu finden ist. Der Verbrauch liegt irgendwo bei 2 Litern auf 10 km (eine elegantere Art nicht 20 Liter auf 100 km zu sagen...).

Das Ergebnis von Peters Mühen ist eine geschätzte Leistung von cirka 200 PS. Da die serienmäßige Kupplung bei so viel Kraft in null Komma nix verrauchen würde, verwendete Peter Anfangs eine Kennedy Stage 2 1200 kg Druckplatte (die eigentlich in den stärker motorisierten VV Beetle verbaut wird) zusammen mit einer Pro Grip Scheibe. Die Schwungscheibe musste für die Aufnahme dieser Kupplung angepasst werden. Da auch diese Stage 2 Kupplung dem Boxer nichts entgegen zu setzen hatte, ist mittlerweile eine Sintermetall-Kupplung verbaut.Der Motor während des Zusammenbaus

Auch optisch hat Peter seinen Sprint verändert. Er montierte 16 Zoll Momo Ferrari Leichtmetallfelgen mit 205 /45 Reifen und lackierte Bremssättel und -trommeln rot. Die originalen (nicht innenbelüfteten) Scheiben tauschte er gegen gelochte.
Die Sprint Frontstoßstange ersetzte Peter gegen eine Stoßstange des Alfa 33 der Baureihe 905, der er mit Hilfe von viel GfK einen großen Spoiler wachsen ließ. Die unmodifizierte Stoßstange des 33 passt dem Sprint übrigens ohne allzu große Anpassungsarbeiten. Auch unter der die originale hintere Stoßstange baute sich Peter aus Alfa 33 Teilen eine kleine Zusatz-Schürze. Die Motorhaube wurde 2006 durch einen Eigenbau mit Gfk Ansaughutzen ersetzt, die mehr Kühlluft in den Motorraum leitet.
Das Glasdach - ein typisches Relikt der 80er Jahre -  war schon beim Kauf des Sprints montiert. Peter lässt es an Ort und Stelle, schließlich gehört es irgendwie mit zur Geschichte des Autos.

Blick in den vollgestopften Motorraum Blick in den vollgestopften Motorraum

Auch im Innenraum legte Peter Hand an und montierte weiße Instrumente, eine Autostyle Ladedruckanzeige, einen Aluminium Schaltknauf und Aluminium PedaleDer Innenraum. Ein JVC Soundsystem mit MP3-Player sorgt zusammen mit einer DLS Genesis 4x50W Endstufe, Cerwin Vega 8 Zoll Subwoofer und 5,25 Zoll Cerwin Vega Lautsprechern und separaten Hochtönern für die lautstarke Beschallung der Passagiere. Die korrekte Gemisch-Zusammensetzung überwacht eine Lambdasonde, die an ein weiteres Zusatzinstrument links des Tachos "berichtet". Peter baute auch elektrische Fensterheber in die Türen ein. Dafür bediente er sich modifizierter Antriebe  aus dem Alfa 33. In Schweden haben fast alle Autos serienmäßig Sitzheizung - auch der Sprint. Deren Schalter sind bei den schwedischen Sprints neben dem Regler für die Instrumentenbeleuchtung verbaut. Peter entfernte die Sitzheizungsschalter und brachte dort die Schalter für die Fensterheber an.Ladedruckanzeige und Lambdawert

Peters nächste Pläne mit dem Sprint stehen auch schon fest. Er möchte die Bremsanlage der Vorderachse auf die innenbelüfteten Scheiben des Alfa 33 1.7 QV umbauen und die arg angegriffenen Vordersitze gegen Sportsitze von Sparco oder Cobra tauschen.

Bleibt noch ein Problem: Beim starken Beschleunigen wollen die Vorderräder einfach nicht aufhören durchzudrehen - noch im dritten Gang!

Sie können Peter eine email schreiben (auf Englisch), wenn Sie hier klicken.

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Letztes Update: 24. Juli 2007      Created: 31. Oktober 2005

© Layout und Text by Tim Rauen. Fotos by Peter Otter.