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Nicolas Alfasud Super 1.3
Nicolas aus Nicosia auf Zypern besitzt diesen raren Alfasud Super 1.3.
Sein Vater hatte den Alfasud im Jahre 1978 als Neuwagen bestellt um damit seine
1972er Giulia 1.3 Ti zu ersetzen. Der Alfasud Super 1.3 hat den
seltenen 1286 cm3
Boxermotor
mit einem
Dell'Orto Vergaser und 68 PS. Das Auto wurde während seines ganzen Lebens immer
auf einem überdachten Gelände geparkt und damit gut vor der auf Zypern alles
zerstörenden Sonne geschützt. Regelmäßiges Polieren hält den Lack bis heute
in
einem guten Zustand. Als Nicolas Vater 1990 einen neuen Alfa 33 kauft, behielt er
den Alfasud in seinem Besitz und benutzte ihn nur noch ab und zu um die Technik
am Leben zu erhalten. Nicolas und sein Bruder benutzten den Alfasud schon zu den
Zeiten, als er noch Vaters einziges Auto war - und das zum Teil sehr sportlich...
Mit nur 73.200 Meilen (etwa
117.800 km) hat das Auto keine besonders hohe Laufleistung. Nach 27 Jahren gibt
es trotz aller Vorsorge natürlich ein Paar Spuren, die das Alter des Alfasud
nicht verbergen können. Bei schnellen Gangwechseln aus höherer Drehzahl und im
Stadtverkehr kommt schon einmal die eine oder andere blaue Wolke aus dem Auspuff.
Nach 27 Jahren haben die Ventilschaftdichtungen ihre Dichtwirkung zum Teil
verloren und lassen schon einmal etwas Öl in die Brennräume. Doch so lange der
Ölverbrauch noch niedrig ist, tut das der Freude am Alfasud keinen Abbruch. Der
Motor wurde immer mit hochwertigem Motoröl gefahren und erhielt einmal jährlich
einen Motorölwechsel. Für Mittel- und Nordeuropäische Alfasud-Fahrer mag es
unglaublich klingen, aber die Karosserie hat bisher noch nie das Schweißgerät
von nahem gesehen. Der Rostbefall beschränkt sich auf ein Paar Pickel am
hinteren rechten Radlauf und auf die oberen Kanten der Türen. Das
Radio-Cassettengerät mit Equalizer und einem auf der Beifahrerseite unter dem
Handschuhfach auf der Ablage montierten Verstärker mit vier 100 Watt
Lautsprechern funktioniert noch immer hervorragend .
Nur die Heckscheibenheizung funktioniert nicht mehr. Die häufig auf der
Hutablage abgelegten Anoraks haben mit ihren scharfkantigen Reißverschlüssen
sämtliche Heizfäden zerkratzt. Obwohl die Heizungs- und Lüftungsanlage des
Alfasud Super in gutem Zustand ist, reicht die vom Gebläse geförderte Luft an
regnerischen Tagen nicht aus um die Frontscheibe beschlagfrei zu halten.
Nichts neues...
Im Jahr 1997 kaufte Nicolas den Alfasud seinem Vater ab.
Seitdem fährt er ihn so oft wie er kann, hat aber für den Alltag noch andere,
aktuelle Autos. In den heißen Sommermonaten beschränkt sich das Fahren mit dem
Alfasud auf ein Paar wenige Meilen um die Batterie etwas aufzuladen und sich am
Fahrgefühl des Alfasuds zu erfreuen. Außer dem Wechsel der Zahnriemen, den
Nicolas bei einem lokalen Alfa-Vertragshändler regelmäßig durchführen lässt,
erledigt er alle anderen Wartungs- und Einstellarbeiten selber. Im Jahr 1998
ersetzte Nicolas die angejährten serienmäßigen Stahlfelgen gegen vier neue
Felgen eines Alfasud ti, die er aus dem alten Lagerbestand eines Alfa-Händlers
erstehen konnte. "Sie sehen klasse aus, wer braucht da noch Alufelgen?"
Anfang 2005 waren die Sitzbezüge dann reif für den Austausch und ein Sattler
fertigte neue an. Da Nicolas beruflich Ingenieur ist und eine gute Kenntnis
besonders der Autotechnik der 70er und 80er Jahre hat, versucht er an seinem
Alfasud so viel wie möglich selber instand zu setzen.
Beispielsweise,
gönnte er sich im Herbst 2005 zwei Stunden Zeit um alle Scharniere, Fensterheber
und den Schließmechanismus der Türen zu schmieren und einzustellen. Frühzündung
und Vergaser stellte er ebenfalls selber neu ein. Das Auto wird mit 98 Oktan
Kraftstoff (also Super Plus) und acht Grad Frühzündung bewegt. Auf Additive
verzichtet Nicolas. Im Juli 2005 wurde der Mittelschalldämpfer zum ersten mal im
Leben des Alfasuds gegen einen neuen getauscht. Im selben Monat wurden auch die
vorderen Bremssättel überholt, nachdem sich die Handbremse nicht mehr lösen
wollte, wenn sie einmal angezogen war.
Nachdem das Auto auf einer Ausfahrt in die Berge zu heiß
wurde Nicolas baute zusätzlich zu der bei den Alfasud Berlinas recht spärlichen
Instrumentierung eine Wassertemperaturanzeige ein. Die weniger sportlichen
Alfasuds mussten ab Werk mit einer roten Warnlampe für zu kaltes beziehungsweise
überhitztes Kühlwasser auskommen. Die Überhitzung des Motors
verursachte ein defektes Thermostat, das danach natürlich sofort getauscht wurde.
Im selben Zug wurde auch der Kühler gespült. " Das Auto macht viel Spaß beim
Fahren und die Straßenlage ist selbst heute noch eine KIasse für sich",
sagt Nicolas. Mittlerweile werden Ersatzteile in Zypern rar und Nicolas muss
immer öfter das Internet (ebay) bemühen um die benötigten Teile zu bekommen.
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Letztes Update: 22. November 2005
Created: 22. November 2005
© Layout und Text by Tim Rauen. Fotos by Nicolas Georghiou. |