Alfasud Ti 12C Bimotore - oder wie man ein Auto um zwei V6 baut

Alfasud Ti 12C Bimotore

Mit diesem Artikel ist bewiesen, dass auch ein Alfasud mit zwölf (!) Zylindern nicht unmöglich ist. Mick Covill aus Groß Britannien verwirklichte dieses ungewöhnliche Projekt. Alfasud Ti 12C BimotoreAls Basis für den Umbau zum sicherlich leistungsstärksten Alfasud aller Zeiten wurde ein sehr rostiger Alfasud Ti X Baujahr 1981 verwendet. Als Antriebsquelle dienen zwei Alfa Romeo V6 12V Motoren, die ursprünglich einmal ihren Dienst in zwei Alfa 164 verrichteten.

Die Karosseriestruktur des Alfasud, die auf den Längseinbau eines Boxermotors mit vier Zylindern ausgelegt wurde und zudem für heutige Verhältnisse ziemlich schmal ist, kann einen V6, der zudem quer eingebaut werden sollen und die Vorderräder antreiben soll ohne massive Veränderungen nicht aufnehmen. Mick entfernte daher kurzerhand den kompletten Vorderwagen des Alfasud inklusive dem Serviceabteil im Motorraum und den Längsträgern, die er an der Schottwand zum Innenraum abtrennte. Anschließend konstruierte er einen Rohrrahmen, der die komplette Antriebseinheit des Alfa 164 und dessen Vorderachse mit unterem Hilfsrahmen aufnimmt. Bei der Konstruktion des Jaguar E-Type wurde nach der gleichen Methode verfahren um verschiedene Motorvarianten (6-Zylinder-Reihenmotor und V12) möglichst kostengünstig zu realisieren. Bei Micks Konstruktion wird im Gegensatz zum Jaguar E-Type allerdings zusätzlich die vorhandene Fahrgastzelle des Alfasud durch weitere Rohre verstärkt, die im Heck die zweite Antriebseinheit aufnehmen.
Die originalen Kotflügel wurden in einen fest mit der Karosserie verbundenen hinteren Alfasud Ti 12C BimotoreTeil und einem größeren vorderen Teil getrennt. Der vordere Teil der Kotflügel, das originale Frontblech und die Motorhaube wurden zu einer Einheit verschweißt, die als ganzes nach vorne klappen kann und so einen guten Zugang zur vorderen Antriebseinheit ermöglicht - noch eine Parallele zu englischen Raubkatze. Da der Alfa 164 eine wesentlich breitere Spur als der Alfasud hat, mussten breite Kotflügelverbreiterungen aus Kunststoff, vorne verbunden durch einen Frontspoiler ähnlich dem der Trofeo Alfasud ti Rennwagen, an die Karosserie des Alfasud angepasst werden.

Um die hintere Antriebseinheit in den Kofferraum des Alfasud zu integrieren, entfernte Mick den kompletten Boden der Karosserie beginnend da, wo ansonsten die Rückbank montiert wird. Auch hier übernimmt der Rohrrahmen wieder die tragende Funktion der entfernten Blechteile und dient als Aufnahme für den zweiten V6.

Der ursprünglich rechts gelenkte Alfasud wurde übrigens während des Umbaus auch mit der Servolenkung des Alfa 164 versehen und auf Linkslenkung umgebaut.

Um genug Kühlluft für Fahrer und Motor in den Innenraum zu bekommen, wurde auf dem Dach ein breiter Lufteinlass montiert. Anstelle der originalen Zwangsentlüftungen wurden zwei weitere Lufteinlässe montiert, die für zusätzliche Kühlluft sorgen. Das Heckblech weist im Bereich des dahinter montierten Kühlerlüfters kreisförmig angebrachte Belüftungsöffnungen auf. Der innere Teil der Rückleuchten wich ebenfalls Entlüftungsgittern.

Nachdem alle Karosseriearbeiten abgeschlossen waren, wurde die Karosserie weiß lackiert und mit dem einem Alitalia Dekor versehen, den Rallye-Fans von diversen Lancia Stratos und Fiat 131 Mirafiori aus den siebziger Jahren kennen.Das "Ccockpit".

Zusammengefasst kann man sagen, das Mick im Prinzip an einen Rohrrahmen die äußere Hülle eines Alfasud angepasst hat.

Der fünf Gallonen fassende Kraftstofftank fand seinen Platz direkt hinter dem Fahrerplatz. Im sehr spartanischen Interieur des Alfasud Ti 12C Bimotore fallen vor allem die zwei sehr großen Drehzahlmesser rechts und links der Lenkrads auf.

Die zwei unmodifizierten V6 Motoren leisten jeweils knapp 200 PS und geben diese Leistung an serienmäßige Getriebe aus dem 164 V6 ab. Mick möchte in 2008 zusätzlich eine NOS-Anlage einbauen, die für zusätzlichen Schub sorgen soll. Beide Motoren haben ihr eigenes, seriennahes Kühlsystem. Natürlich konnte die originale Abgasanlage des Alfa 164 nicht übernommen werden. Beide Motoren haben auch hier ihr eigenes System. Die vordere Auspuffanlage endet kurz vor dem linken Hinterrad seitlich, die hintere Anlage endet in je einem links und rechts montierten Endrohr unter dem Heckblech. Einige kleinere Schalldämpfer halten den Motorsound in erträglichen Dezibel Bereichen.

Der vordere Motorraum

Der hintere Motorraum.

Man kann den Alfasud Ti 12 C Bimotore sowohl mit einem der beiden oder mit beiden Motoren gleichzeitig fahren. Man hat also die freie Wahl zwischen Frontantrieb, Heckantrieb und Allrad. Die vorderen Federbeine und die Felgen sind eine Eigenkonstruktion. Mick verwendet vorne 8" x 15 und hinten 9" x 15 große Stahlfelgen. Das Bremssystem entstammt dem Alfa 164.

Was nach dem Flexen vom Alfasud übrig blieb... Der Innenraum, gut zu erkennen ist der Rohrrahmen.
   
Der Vorderwagen ohne Haube. Der Alfasud Ti 12C Bimotore neben Micks vorherigen Projekt, einem Lancia Beta Coupé.

Bisher wurde das Auto noch nicht in einem Rennen eingesetzt, daher liegen noch keine Erfahrungswerte bezüglich Handling und Fahrleistungen vor...

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Letztes Update: 4. November 2007     Created: 4. November 2007

© Layout und Text by Tim Rauen. Fotos by Mick Covill.