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Alfasud Ti 12C Bimotore - oder wie man ein Auto um zwei V6 baut
Mit diesem Artikel ist bewiesen, dass auch ein Alfasud mit
zwölf (!) Zylindern nicht unmöglich ist.
Mick Covill aus Groß Britannien verwirklichte dieses ungewöhnliche Projekt.
Die Karosseriestruktur des Alfasud, die auf den Längseinbau eines Boxermotors
mit vier Zylindern ausgelegt wurde und zudem für heutige Verhältnisse ziemlich
schmal ist, kann einen V6, der zudem quer eingebaut werden sollen und die
Vorderräder antreiben soll ohne massive Veränderungen nicht aufnehmen. Mick
entfernte daher kurzerhand den kompletten Vorderwagen des Alfasud inklusive dem
Serviceabteil im Motorraum und den Längsträgern, die er an der Schottwand zum
Innenraum abtrennte. Anschließend konstruierte er einen Rohrrahmen, der die
komplette Antriebseinheit des Alfa 164 und dessen Vorderachse mit unterem
Hilfsrahmen aufnimmt. Bei der Konstruktion des
Jaguar E-Type wurde nach der gleichen Methode verfahren um verschiedene
Motorvarianten (6-Zylinder-Reihenmotor und V12) möglichst kostengünstig zu
realisieren. Bei Micks Konstruktion wird im Gegensatz zum Jaguar E-Type
allerdings zusätzlich die vorhandene Fahrgastzelle des Alfasud durch weitere
Rohre verstärkt, die im Heck die zweite Antriebseinheit aufnehmen. Um die hintere Antriebseinheit in den Kofferraum des Alfasud zu integrieren, entfernte Mick den kompletten Boden der Karosserie beginnend da, wo ansonsten die Rückbank montiert wird. Auch hier übernimmt der Rohrrahmen wieder die tragende Funktion der entfernten Blechteile und dient als Aufnahme für den zweiten V6. Der ursprünglich rechts gelenkte Alfasud wurde übrigens während des Umbaus auch mit der Servolenkung des Alfa 164 versehen und auf Linkslenkung umgebaut. Um genug Kühlluft für Fahrer und Motor in den Innenraum zu bekommen, wurde auf dem Dach ein breiter Lufteinlass montiert. Anstelle der originalen Zwangsentlüftungen wurden zwei weitere Lufteinlässe montiert, die für zusätzliche Kühlluft sorgen. Das Heckblech weist im Bereich des dahinter montierten Kühlerlüfters kreisförmig angebrachte Belüftungsöffnungen auf. Der innere Teil der Rückleuchten wich ebenfalls Entlüftungsgittern. Nachdem alle Karosseriearbeiten abgeschlossen waren, wurde
die Karosserie weiß lackiert und mit dem einem Alitalia Dekor versehen, den
Rallye-Fans von diversen Lancia Stratos und Fiat 131 Mirafiori aus den siebziger
Jahren kennen. Zusammengefasst kann man sagen, das Mick im Prinzip an einen Rohrrahmen die äußere Hülle eines Alfasud angepasst hat. Der fünf Gallonen fassende Kraftstofftank fand seinen Platz direkt hinter dem Fahrerplatz. Im sehr spartanischen Interieur des Alfasud Ti 12C Bimotore fallen vor allem die zwei sehr großen Drehzahlmesser rechts und links der Lenkrads auf. Die zwei unmodifizierten V6 Motoren leisten jeweils knapp 200 PS und geben diese Leistung an serienmäßige Getriebe aus dem 164 V6 ab. Mick möchte in 2008 zusätzlich eine NOS-Anlage einbauen, die für zusätzlichen Schub sorgen soll. Beide Motoren haben ihr eigenes, seriennahes Kühlsystem. Natürlich konnte die originale Abgasanlage des Alfa 164 nicht übernommen werden. Beide Motoren haben auch hier ihr eigenes System. Die vordere Auspuffanlage endet kurz vor dem linken Hinterrad seitlich, die hintere Anlage endet in je einem links und rechts montierten Endrohr unter dem Heckblech. Einige kleinere Schalldämpfer halten den Motorsound in erträglichen Dezibel Bereichen.
Man kann den Alfasud Ti 12 C Bimotore sowohl mit einem der beiden oder mit beiden Motoren gleichzeitig fahren. Man hat also die freie Wahl zwischen Frontantrieb, Heckantrieb und Allrad. Die vorderen Federbeine und die Felgen sind eine Eigenkonstruktion. Mick verwendet vorne 8" x 15 und hinten 9" x 15 große Stahlfelgen. Das Bremssystem entstammt dem Alfa 164.
Bisher wurde das Auto noch nicht in einem Rennen eingesetzt, daher liegen noch keine Erfahrungswerte bezüglich Handling und Fahrleistungen vor... Letztes Update: 4. November 2007 Created: 4. November 2007 © Layout und Text by Tim Rauen. Fotos by Mick Covill. |