Boxertreffen in Disternich 14. - 16.9.2001

Am dritten September-Wochenende hatte die Sektion Köln-Bonn-Aachen des Alfaclub e.V. zum diesjährigen Boxertreffen nachDrei Boxer löschen ihren Durst. Disternich bei Düren geladen. 

Bereits am Freitag, dem 14.9. erschienen abends die ersten Teilnehmer. Beim Sektions-Stammtisch in der Pizzeria Pinocchio in Zülpich hatten die Teilnehmer dann die Gelegenheit sich näher kennen zu lernen. Kurz nach 23:00 trafen auch die beiden einzigen englischen Teilnehmer mit ihrem Alfasud ti 1.5 (Serie II) in Zülpich ein. Nach einer langen Fahrt hatten auch sie es endlich mit ihrem erst am Dienstag vor dem Treffen fertig gewordenen Alfasud für's erste geschafft. Wie üblich tagte man noch bis nach Mitternacht bei Grappa und Bier. Am nächsten Morgen versammelten sich dann auch die restlichen Teilnehmer des Treffens vor  der Bürgerhalle in Disternich. Nach der Anmeldung beim Veranstalter und der Übergabe von Tourbook und dem Überraschungspräsent - einem T-Shirt - startete der Tross in Richtung Eifel. Bei dieser Orientierungsfahrt galt es sich anhand von Chinesenzeichen durch die schöne aber leider verregnete Eifel zu manövrieren. Natürlich wurde auch das Fachwissen der Teams überprüft. So hatte Rose Knab das Tourbook mit einigen Fragen zum Thema Alfa Romeo gespickt. Unter anderem musste man folgende Frage beantworten: "Mercedes hat seinen Namen von Unterwegs in Nideggen.einem kleinen Mädchen. Auch bei Alfa gibt es sowas. Welches Auto von Alfa hat seinen Namen von wessen Tochter?" Gefragt war natürlich die Giulietta, die ihren Namen von einer der Töchter Nicola Romeos hat. Von Disternich weg war unser erster Anlaufpunkt die Burg Nideggen, wo es einen Erkundungsgang durchzuführen galt. 

Weiter ging es Richtung Heimbach und dann in weit geschwungenen Kurven bergan zum Kloster Mariawald (gegründet 1480), wo es wieder eine Frage zu beantworten gab. Trotz des schlechten Wetters begann hier die "Freude am Fahren", hatte man doch Gelegenheit das Fahrwerk seines Boxers auf den kleinen Eifelstraßen herauszufordern. Nachdem das Tourbook im Kloster um einen Eintrag reicher geworden war, fuhren tiefer in die Eifel, nach Gemünd und Schleiden, vorbei an der höchstgelegenen Wasserburg der Eifel. Die nächste Aufgabe wartete auf die Teilnehmer in Reifferscheid, wo die Stufen des Bergfrieds der Burg Reifferscheid gezählt werden sollten. Da es mal wieder regnete, und der Turm leider (oder doch zum Glück?) geschlossen war, konnte wir ohne längeren Aufenthalt weiter zur Wildenburg fahren, dessen Hausnummer zu suchen war. Viele Teilnehmer nutzten die Restaurants um Alfasud ti - Im Hintergrund das römische Aquädukt bei Vussem.die herum Burg für ein Mittagessen. Alfa-Fahren macht eben nicht nur glücklich sondern auch hungrig! 

Nachdem wir mehr oder weniger ausgiebig gespeist hatten, ging es weiter über kleine, kurvige Sträßchen. Nun musste der Hof des Klosters von Steinfeld nach einer bestimmten Tür abgesucht werden. In abgelegener Einsamkeit zwischen 1069 und 1073 erbaut, ist das Kloster ein wichtiger kultureller Mittelpunkt der Nordeifel. Man merkte es an der für das schlechte Wetter großen Zahl von Besuchern. Jetzt ging es weiter in nord-östlicher Richtung nach Weyer und zu den Kakushöhlen. Hier mussten wir die Lichteinfallslöcher der Haupthöhle zählen - was zu doch sehr unterschiedlichen Ergebnissen führte. Immerhin hatte Petrus die Himmelsschleusen endlich geschlossen. Über Eisfrey fuhren wir dann nach Vussem, wo es die Bögen eines römischen Aquäduktes zu zählen galt. Der nächste Anlaufpunkt waren die Katzensteine in Katzvey, die den Steinzeitmenschen einmal als Lager und Schutz dienten und von den Römern als Steinbruch genutzt wurden. Diese Nutzung hatten die Teilnehmer in Erfahrung zu bringen. Mittlerweile war der Nachmittag schon fortgeschritten und die Orientierungsfahrt neigte sich ihrem Ende zu. Nur eine kniffelige Frage galt es noch zu lösen.  Halt bei den Katzenfelsen.Rose hatte uns einen Auszug aus einem weltberühmten Roman gegeben, indem ein Vorkriegs-Alfa beschrieben wurde. Den Rätsels Lösung war: Es handelte sich um den Roman Via Mala, in dem einer der Protagonisten einen Alfa Romeo 6C 1750 GTC mit Kompressor fuhr. In Disternich angekommen, mussten wir und unsere Autos noch eine Sonderprüfung vor der Bürgerhalle

meistern. In 100m Entfernung vom Auto hatte der Beifahrer zwei Blumentöpfe möglichst dicht nebeneinander zu stellen. Der Fahrer musste nun versuchen die vom Beifahrer abgeschätzte Lücke zu durchfahren - allerdings ohne einen der Töpfe weg zuschieben. Alles eine Sache der Übung. Um einige Kilometer reicher stellten wir unsere Boxer nun erst einmal vor bzw. neben die Bürgerhalle und wärmten uns mit Tee oder Kaffee, den die vielen Helfer aus der Sektion schon vorbereitet hatten.  Kim Schumacher manövriert seine Sprint durch die Blumentöpfe.  Besonders warm war es draußen leider nicht mehr. Vom Sommer konnte man am dritten September-  Wochenende nun wahrlich nichts spüren oder sehen. Leider forderten die schmierigen und nassen Straßen ihren Tribut. Ein gelber Sprint 1.3 drehte sich in einer - zwar langsam gefahrenen - Kurve in den Graben und überschlug sich. Resultat: Beide A-Säulen eingeknickt, beide Scheiben der Beifahrertür geborsten, Außenspiegel abgebrochen, Beulen im Blech usw.  Der Pechvogel des Treffens.Über Verletzungen der Passagiere ist nichts bekannt. Notdürftig mit einer Folie abgedichtet, wurde der Sprint noch am Sonntag zu Reiner Köppen gefahren und dort wieder in seine ursprüngliche Form gezogen und mit neuen Scheiben versehen. 
Doch nun zum Abendprogramm. Nach der Ausfahrt nutzten viele die nun plötzlich erscheinende Sonne um noch ein Paar Fotos von den zahlreich angereisten Alfasuds, Sprints und 33 zu machen. Schließlich fanden sich alle in der Bürgerhalle ein. Diese war mit vielen alten Fahnen, Wimpeln und Plakaten aus dem Fundus von Charly Ludwig und co. geschmückt. Einige erinnern sich bestimmt noch an Slogans wie "Alle Achtung, Arna!", "Alfa 33  - La Linea" und natürlich auch "Trofeo Alfasud". Außerdem konnte man in der Halle einen perfekt restaurierten roten Alfasud Sprint und den ältesten Alfasud in Deutschland anschauen. Dieser rote Alfasud wurde 1972 gebaut und in Italien zugelassen. Dem Rost wurde schon an zahlreichen Stellen durch rote Rostschutzfarbe Einhalt geboten... Alfasud Baujahr 1972.Neben einem umfangreichen Menü und vielen Gesprächen wartete diesen Abend auch noch die Siegerehrung auf die Teilnehmer. Hier nur ein kleiner Auszug. Rudy Bilterests Alfasud Sprint 1.5 Veloce trofeo wurde zum besten Alfa des Treffens gewählt und John Russel und sein Beifahrer erhielten einen Pokal für die weiteste Anreise (aus England). Mit dem Tourbook hatte jeder Teilnehmer am Morgen auch einen weiteren Zettel ausgeteilt bekommen, auf dem er eintragen sollte, wie lange drei erfahrene Alfa-Mechaniker brauchen würden um einen Boxermotor in seine Einzelteile zu zerlegen. Demjenigen, der mit seiner Schätzung am Nächsten lag, winkte ein Sonderpreis. Nach dem Abendessen begannen also Tom, Stefan und ein weiterer Alfista damit einen 1.7 Liter Einspritzer Boxermotor im Renntempo zu zerlegen. Nur der Ventiltrieb und die Kurbelwelle und Kolben und Pleuel blieben unangetastet. Nach etwa 20 Minuten lagen die Einzelteile auf dem Tisch. Eine reife Leistung. Gegen 23:00 Uhr wartete noch ein weiteres Schmankerl auf die (wenigen) verbliebenen Teilnehmer. Eine Musikkassette mit Werbetexten über den Alfasud aus den frühen Siebzigern wurde abgespielt. Doch um diese Zeit hatten sich schon viele Teilnehmer auf die Heimreise gemacht. Am Sonntag morgen trafen sich die verbliebenen Alfisti

Gemütliches Beisammenseien am Abend.
In der Bürgerhalle.
Motorzerlegen auf Zeit, die Erste.
Motorzerlegen auf Zeit, die Zweite.
Motorzerlegen auf Zeit, die Dritte.
Motorzerlegen auf Zeit, die Vierte.

noch einmal und ließen das Treffen langsam ausklingen.

Wenn man einmal auf die angereisten Alfasuds schaut, fällt auf, dass gleich drei silberne Alfasud 1.5 Ti QV da waren, aber zum Beispiel kein einziger Serie III Vier- oder Fünftürer im Serienzustand (Sorry, Bodo und Charly!). Auch den Arna suchte man vergebens. Neben vielen Nuova 33 - auch als Sportwagon - waren gerade zwei alte 33 da. Wie lange müssen wir wohl noch warten, bis der erste stolze Besitzer mit einem restaurierten Alfa 33 Baujahr 1983 oder eben einem Arna auf einem Treffen erscheint? Neben zwei Serie II tis fand sich noch Ines' Alfasud Super, der im harten Alltagseinsatz seine(n) Ko(ö)pfe hinhalten muss. Das war es schon in Sachen Serie II. Umso erfreulicher, dass so viele Serie I Berlinas und auch einige tis aus dieser Serie da waren. Schön, dass auch ein Alfasud Giardinetta am Treffen teilnahm. Ein zweiter, grauer hatte sich noch kurzfristig während der Orientierungsfahrt blicken lassen. Bei den Sprints konnte man sich wahrlich nicht über mangelnde Vielfalt beschweren. Vom perfekt restaurierten trofeo über einen ebenso guten wie originalen schwarzen Sprint 1.5 QV bis zu verschiedenen sportlichen Interpretationen war vieles zu sehen.

Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass aus dem Boxertreffen nebenbei auch noch ein F 12-Treffen wurde. Zwei dieser VW Bus-Konkurrenten von Alfa Romeo fanden sich am Samstag vor der Bürgerhalle ein. Zum Einen der Alfaclub-Shop, der bekanntlich in einem italienischen Ex-Krankenwagen untergebracht ist, und zum anderen ein blauer F 12 Kombi mit durchgehender Bestuhlung. Der Besitzer des blauen F12 wollte eigentlich mit seinem Alfasud anreisen. Doch ein unerwarteter Motorschaden zwang ihn auf den einzigen Fronttriebler mit Serie 750 / 105  Mechanik umzusteigen.

Hier gibt es weitere 38 Fotos von den Fahrzeugen


Letztes Update: 22. November 2004      Created: 30. September 2001

© Fotos, Layout und Text by Tim Rauen.