Alfaklub DK Logo Internationales Boxertreffen 2007 in Skælskør (DK) 31.08. - 02.09.2007

Boxertreffen 2007

Nach vielen Boxertreffen in Deutschland und einem Abstecher in die Niederlande im Jahr 2006 fand das Boxertreffen 2007 zum ersten Mal in Dänemark statt. "Dr. Alfasud" Peter Dyrelund (diesen Titel verlieh ihm kürzlich das dänische "BIL magasinet"), stark engagiertes Mitglied des Alfaklub DK, hatte spontan schon kurz nach dem Boxertreffen in Mechelen im Jahr 2006 die Organisation mit Unterstützung des dänischen Alfaklubs zugesagt.
Alfasud-Parade2007 gab es wieder einen runden Geburtstag des Alfasud zu feiern, zählen die ältesten Exemplare doch nun schon 35 Jahre. Für Alfa Romeo Verhältnisse waren besonders der Alfasud, aber auch der Alfa 33 enorm populäre Alfa Romeo in Dänemark. Die exorbitant hohe Luxussteuer auf Autos in Dänemark - der Staat schlägt 180 % auf den Listenpreis auf - ermöglichte bis dato nur wenigen Dänen den Kauf eines neuen Alfa Romeo. Mit der Einführung des Alfasud änderte sich das schlagartig. Der Alfa 33 ist immer noch das dritt häufigst gefahrene Modell im Alfaklub DK.
Im Verhältnis zur Einwohnerzahl des Landes hat der dänische Alfaklub mit etwa 1900 Mitgliedern übrigens erheblich mehr Mitglieder als jeder deutsche Alfa-Club. Der Alfaklub ist durch die Geographie Dänemarks in die drei Sektionen Fyn, Jylland und Sj
ælland, also Fünen Jütland und Seeland aufgeteilt.

Man traf sich im Süden von Seeland in Skælskør in einer Art gehobenen Jugendherberge mit angeschlossenem Restaurant, dem Skælskør LystskovDer Veranstalter beschwört das Wetter... Vandrehjem (weitere Informationen zur Lokalität finden Sie unter www.lystskoven.dk). Nur 125 km entfernt von der Fähre Puttgarden-Rødbyhavn gelegen, war das Treffen auch für deutsche Teilnehmer schnell zu erreichen.  Idyllisch im Wald nahe des Ufers des Skælskør Nors gelegen bot das Wandererheim ("Vandrehjem") ideale Voraussetzungen für ein geselliges Beisammensein. Leider meinte Petrus es dieses Jahr nicht allzu gut mit den Teilnehmern des Boxertreffens, das Wetter zeigte sich nass und kalt mit wenigen kurzen Sonnenstunden.

Viele Teilnehmer nutzen die Möglichkeit und reisten bereits am Freitag Abend an. In der nahe gelegenen pittoresken Innenstadt von Skælskør war zu diesem Zeitpunkt gerade ein Stadtfest im Gange, das viele Teilnehmer abends noch besuchten.

Wie beim Boxertreffen allgemein üblich ging es Samstag morgen nach Frühstück und ausgedehntem Fotografieren der Fahrzeuge auf eine Ausfahrt in die Umgebung. Peters HausWer auf dieser Ausfahrt fleißig Fragen beantwortete, qualifizierte sich mit etwas Glück für einen Pokal. Die Ausfahrt führte die Teilnehmer auf kleinen und kleinsten Straßen gen Norden in das westlich von Roskilde gelegene Tølløse, dem Heimatort Peter Dyrelunds. Sein Haus, das im ersten Stock das Clubheim für die Alfaklub-Mitglieder Seelands beherbergt, war als Treffpunkt für ein kleines Mittagsessen mit in die Ausfahrt eingeplant. Zudem gab es einige Aufgaben rund um und im Haus zu erfüllen. So galt es zum Beispiel aus in drei Vitrinen in einer riesigen Anzahl ausgestellter 1:18 Modellautos fünf markierte Modelle zu erkennen und den richtigen Hersteller und Typ in die Unterlagen einzutragen. Die teilweise sehr exotischen oder seltenen und damit fast unbekannten Fahrzeuge, zum Beispiel Panhard PL 17 oder TVR Sagaris sorgten bei den Teilnehmern teilweise für Ahnungslosigkeit. Geschicklichkeit und Schnelligkeit galt es bei einer Im Clubheimvirtuellen Runde auf Bestzeit auf einem Alfa 156 2.5 V6 24V zu beweisen: das Clubheim beherbergt nämlich auch drei Playstations inklusive Schalensitz und Lenkrad. Das Fahren am Fernseher stellte selbst für erfahrene Autofahrer eine Herausforderung dar... Eine weitere Aufgabe war das Zielwerfen von Tennisbällen in einem Eimer - ebenso banal wie schwierig. Wer alle Aufgaben erfolgreich gemeistert hatte (der Autor dieser Zeilen sollte mal wieder das Zielwerfen von Bällen üben...) und sich gestärkt hatte, konnte sich langsam auf den Rückweg Richtung Skælskør machen.

Dort angekommen wurde kurzerhand in deutsch-schweizer Cooperation (vielen Dank Gaudi!) einem Alfasud Sprint 1.5 Veloce neue Bremsbeläge vorne spendiert. Die alten waren bis auf die Trägerplatte heruntergebremst - die vor erst 7000 km zur Inspektion aufgesuchte Werkstatt hatte dies offensichtlich verpasst.
Playstation-Fahren bei Peter DyrelundAuf dem Parkplatz des Wandererheims gab es fünf Boxer-Rennwagen, die in der Alfaklub DK eigenen Rennserie an den Start gehen, zu bestaunen und zu hören: ein Sprint, zwei Alfasud Ti Serie III und jeweils ein Alfa 33 Baureihe 905 und 907. Außerdem hatte "Spider Edy" Carsten Heilig keine Mühe gescheut seinen für die Rennstrecke modifizierten Alfasud Ti per Anhänger mit seinem 166 den weiten Weg nach Dänemark zu bringen.

Nach einem sehr feinen Abendessen im Restaurant des Vandrehjem erfolgte die Preisverleihung. Wieder einmal konnte Gaudi Fischer aus der Schweiz den Pokal für den schönsten Boxer mitnehmen. Sein über den Winter aufgebauter giallo pompeij-farbener Alfasud L, den er in fast jungfräulichem, total originalem Zustand kurz zuvor gekauft hatte, stahl allen die Show. Nicht mit einem Pokal belohnt wurden die Plätze zwei und drei: Thomas Hoffensetz blaumetallic-farbener Alfa 33 Baureihe 905 mit 1.7 16V Motor und Servolenkung (Platz zwei) und Rolf Schniders komplett und aufwändigst restaurierter Alfasud Sprint 1.5 Veloce von 1981 (Platz drei). Eigentlich hätte derSpiros Alfasud während der Ausfahrt Schnidersche Sprint mehr Anerkennung finden sollen. Wenn man von einem Fahrzeug behaupten kann, dass es von Grund auf restauriert wurde, dann von diesem Alfasud Sprint. Das Fahrzeug wurde komplett zerlegt, mit Glasperlen gestrahlt und alle rostigen Bleche gegen neue Alfa Romeo Ersatzteile ersetzt. Die mit der Restauration betraute Garage öffnete sogar sämtliche Hohlräume um den Schaum aus diesen zu entfernen. Der Azubi, der am Sprint seine ersten Erfahrungen im Restaurieren machen durfte, wurde anschließend übrigens Schweizermeister in seinem Berufsbild.

Die Gewinner der Ausfahrt stammten alle nicht aus Dänemark:

Platz 1: Carsten "Spider Edy" Heilig und Frank Rörentrop auf Alfasud Ti, 166 Punkte,
Platz 2: Klaus Fassing und Tim Rauen auf Alfa 33 1.4 IE L Imola, 151 Punkte,
Platz 3: Erika und Rolf Schnider (wegen Bremsdefekt Beifahrer im Fahrzeug der Platz 2 Gewinner), 143 Punkte.

Der Pokal für die weiteste Anfahrt ging an Daryl Staddon und Co-Pilot (Alfa 33 1.7 16V) sowie
Nicholas Lear + Co-Pilot (Alfasud Ti 1.5 GCL) aus Großbritannien.

Leider fanden sich 2007 nicht so viele Fahrzeuge und Teilnehmer ein, wie im letzten Jahr. Vielleicht hat einige die aus Deutschland weite Anreise oder auch das feucht-kalte Wetter verschreckt. Bremsbelagwechsel am Alfasud Sprint. Foto by Klaus Fassing.35 Personen (ohne Tagesgäste) mit 16 Boxer-Alfas, 5 Club-Rennwagen mit Boxermotor und drei andere Alfa-Typen fanden sich in Skælskør ein.

Lediglich zwei Sprint - Rolf Schniders Prachtexemplar und ein grüner Rennwagen fanden sich zur Veranstaltung ein. Dafür konnte man gleich zwei in giallo pompeij lackierte Alfasud der Serie I bewundern. Neben Gaudis schon erwähntem Exemplar fand sich der junge Troels Øhlholm mit seinem Alfasud N beim Treffen ein. Der aus erster "Rentnerhand" gekaufte Alfasud wartete mit allerhand teils skurrilen Verbesserungen auf, die der Vorbesitzer seinem Auto spendiert hatte. Neben der normalen Hupe, gab es eine Kompressor-Zweiklangfanfare und ein Läutewerk, das einst in einer Straßenbahn seinen Dienst versah und zur Begeisterung der anwesenden Teilnehmer öfters erklang. Um den Zustand des Motors perfekt im Blick zu haben, wurde vom Vorbesitzer eine kleine Konsole vor den Schalthebel eingebaut, die einige Rundinstrumente und die "Kommandozentrale" für Läutwerk, Fanfare und co. beherbergte. Damit die Passagiere auf der Beim Abendessen im RestaurantRückbank auch im Dunkeln die Aschenbecher finden konnten, waren diese mit kleinen Lampen angestrahlt. Geraucht hat in diesem noch sehr rüstigen Alfasud allerdings offensichtlich niemand auch nur eine Zigarette. Nicht etwa um einen Anhänger zu ziehen, sondern um die Karosserie bei einen eventuellen Heckaufprall oder Rempler beim Einparken vor Beschädigungen zu schützen, hatte der Vorbesitzer eine massive Anhängerkupplung an seinem Alfasud angebracht.

Unabhängig vom leider kalt-nassen Wetter im August 2007 ist Seeland auf jeden Fall eine Reise wert. Einige der deutschen Teilnehmer hatten vor oder nach dem Boxertreffen einen Urlaub angehängt. Ganz Seeland ist im Prinzip in einem Tag bequem per Auto durchfahrbar. Die Ruhe auf den wenig befahrenen dänischen Straßen wird man schnell genießen lernen. Auf Autobahnen darf maximal 110 km/h gefahren werden, auf der Landstraße 80 km/h - man gewöhnt sich schnell daran. Der in Deutschland übliche Drängelterror fehlt in Dänemark gänzlich.

Interessante Links rund um das Boxertreffen 2007

Spiros Alfasud Alfasud L
   
Der blitzblanke Motorraum des Pokalsiegers... Blick in den Innenraum
   
Das Armaturenbrett des Alfasud L Spider-Edy's Alfasud Ti
   
Alfasud Ti Clubrennwagen

Spider-Edy's Alfasud Ti

Weitere 26 Fotos
 


Letztes Update: 23. September 2007      Created: 8. September 2007

© Text und Layout by Tim Rauen. Fotos by Tim Rauen und Klaus Fassing.