Sprint Targa

Sprint TargaDen Sprint hat es auch als Targa gegeben (wenn auch nur kurz)! Leider reichte die Steifigkeit der Karosserie nach dem Abflexen des Daches nicht mehr aus um über die gestrengen TÜV-Prüfer zu überzeugen. Und das obwohl natürlich vorher Versteifungen in den Aufbau integriert wurden. Zum "Wegschmeissen" zu schade, wurde das gescheiterte Projekt nicht verschrottet sondern das Dach wieder draufgeschweißt und der Wagen verkauft. So wurde aus Targa wieder ein normales Coupé mit - als kleine Erblast - erhöhtem Leergewicht und praktisch nicht mehr existenter Zuladung.

Doch fangen wir vorne an. Es kursieren Gerüchte, dass Alfa Romeo in Italien mit dem Gedanken spielte, ein Cabrio des Alfasud zu produzieren. Eine Studie eines Sprint Cabrio stand schon einmal auf dem Turiner Salon. Leider wurde aus dem Cabrio-Projekt dann doch nichts. Die Alfa-Oberen fürchteten, dass das kleine Cabrio dem Alfa Spider zuviel Konkurrenz gemacht hätte. Zu einer Zeit, in der ein gewisser Ralph Nader - vor kurzem noch Kandidat in der US-Sprint Targaamerikanischen Präsidentschaftswahl - gegen Cabrios ohne Überrollbügel Front gemacht hatte und die Welt danach auf einmal nicht mehr viel von klassischen Roadstern sehen - geschweige denn kaufen wollte, eine weise Entscheidung.

Zender wagte den Schritt zum offenen Sprint dennoch. Ein Targa ließ sich natürlich einfacher realisieren als ein Voll-Cabrio. Ein Totalumbau zum Cabrio wurde in Frankreich allerdings auch schon gesichtet. Schon im geschlossenen Zustand nicht gerade mit berauschender Steifigkeit gesegnet, konnte die Karosse des Sprint das fehlende Dach allerdings nicht verkraften. Durch die zusätzlichen Versteifungen stieg das Gewicht wohl erheblich. Ein nach einem Unfall nötiger Tausch des vorderen Kotflügels hat den Besitzer an den Rand der Verzweifelung getrieben - der Kotflügel war nicht nur mit Verschraubungen am Stehblech sondern auch durch unzählige Schweißpunkte mit der Karosserie Sprint Targaverbunden worden um diese zu versteifen....

Natürlich wäre Zender nicht Zender, wenn nicht auch am Rest des Autos kosmetische Veränderungen vorgenommen worden wären. Außen fallen als erstes die Zender Leichtmetallfelgen auf. Natürlich sind auch die Front- und Heckschürze, der Heckspoiler und die Schwellerblenden aus dem Hause Zender. So wird aus dem Sprint ein sportlich-elegantes Coupé. Der Innenraum kam ebenfalls in den Genuss zusätzlichen Luxus. Die Sitze und Türverkleidungen erhielten einen Bezug aus rotem und schwarzem Alcantara. Die vorderen Fenster bewegen sich elektrisch.

Nachdem das Auto wieder ein festes (Stahl-) Dach bekommen hatte, durfte es sich noch einige Jahre im Raum Köln bewegen bevor ein schwerer Unfall für ein jähes Ende sorgte. Leider blieb dem Sprint der Weg in die Presse nicht erspart.Lusso! Vorher konnte man allerdings in kurzen Intervallen immer wieder neue Felgen in unterschiedlichen Dimensionen auf dem roten Sprint finden... doch das ist eine andere Geschichte.

Vielleicht hätte Alfa Romeo doch ein weiteres Cabrio in seine Modellpalette Die Rückbank.aufnehmen sollen. Eine weitere Variante in der großen Alfasud-Modellpalette.

Heute gilt: je seltener und exklusiver desto gesuchter. Sprints können bis zu zweimal so teuer wie eine Alfasud Berlina seien.

Zurück


Letztes Update: 28. Mai 2004    Created: 8. Juli 2001

© Layout Text by Tim Rauen. Die Fotos werden mit der Erlaubnis von Ella Numantia publiziert.